Wahl in Brasilien: Lula knapp vorn

Kontrollpunkte wurden wieder aufgelöst

Der Vorsitzende des Obersten Wahlgerichts, Alexandre de Moraes, teilte mit, die Behörden hätten im weiteren Verlauf des Wahltages die Auflösung dieser von der Verkehrspolizei eingerichteten Kontrollpunkte angeordnet, an denen Fahrzeuge auf mögliche Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften überprüft worden seien.Moraes versicherte, die Verkehrskontrollen hätten lediglich zur “Verzögerung” bei der Stimmabgabe geführt. Keiner der Busse sei von der Polizei angewiesen worden, umzudrehen und zum Herkunftsort zurückzufahren. Das Wahlrecht sei nicht verletzt worden. Moraes lehnte es deshalb auch ab, die Öffnungszeiten der Wahllokale zu verlängern.PT-Vertreter hatten Videos in den Onlinenetzwerken verbreitet, die an den Kontrollpunkten gestoppte Busse mit Wählerinnen und Wählern zeigten. “Was im Nordosten passiert, ist inakzeptabel”, erklärte Lula. Die Zeitung “Folha de São Paulo” berichtete, am Sonntagmittag habe es im Land mehr als 500 Straßensperren durch die Verkehrspolizei gegeben. Dies seien 70 Prozent mehr gewesen als während der ersten Wahlrunde am 2. Oktober.

Wahl hat weltweite Bedeutung

Im Ausland wird mit besonderer Aufmerksamkeit der Kampf gegen die Abholzung des Urwaldes im Amazonas-Becken verfolgt. Bolsonaro hatte den Umweltschutz abgeschwächt. Lula will das rückgängig machen. Das Amazonas-Becken spielt als eine Art grüne Lunge eine besondere Rolle beim Klima weltweit.Ein Thema des Wahlkampfes war die Abwehr drohender Hungersnöte. Rapide steigende Lebenshaltungskosten und die Folgen der Coronavirus-Pandemie gefährden die Versorgung mit Nahrungsmitteln in einem Ausmaß, das vor einem Jahrzehnt unvorstellbar erschien. Eine Rolle spielte auch der Umgang mit der Pandemie. Wie sein politisches Vorbild Trump verharmloste Bolsonaro das Virus und sprach von einer “kleinen Erkältung”.

Leave a Comment