++ Ukraine-Krieg im Newsblog ++ Zahl der Toten nach Angriff auf Wohnhaus in Tschassiw Jar steigt


Bei Luftkämpfen im Osten der Ukraine hätten russische Jagdflugzeuge vom Typ Su-35 zwei ukrainische Kampfjets vom Typ Su-25 und ein weiteres Kampfflugzeug vom Typ Mig-29 abgeschossen, hieß es in dem Bericht weiter. Das russische Verteidigungsministerium behauptet, seit Kriegsbeginn 242 ukrainische Flugzeuge und 137 Hubschrauber abgeschossen zu haben. Medienberichten zufolge hatte die Ukraine vor dem Krieg allerdings nur rund 100 Flugzeuge und 90 Hubschrauber in ihrem Bestand.

Baerbock bedauert militärische Hilflosigkeit des Westens bei Ukraine-Krieg

8.14 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bedauert, dass der Westen zum Schutz von Zivilisten nicht militärisch in den Ukraine-Krieg eingreifen kann. “Ich hätte zum Beispiel gerne versprochen, dass wir humanitäre Korridore aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine garantieren”, sagte Baerbock in einem gemeinsamen “Spiegel”-Interview mit ihrem luxemburgischen Amtskollegen Jean Asselborn. “Aber wir können das nicht leisten. Ein solches Versprechen müsste militärisch abgesichert werden.”Deshalb habe sie auch “klar sagen” müssen, dass es keine Flugverbotszonen geben werde, fügte die Außenministerin hinzu. “Gute Außenpolitik heißt eben auch, einen kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn das Herz brennt”, so Baerbock. “Ertragen zu müssen, dass man nichts tun kann – das ist manchmal auch die Brutalität von Außenpolitik.”Asselborn äußerte sich ähnlich. “Man muss die Realität des Kriegs anerkennen, auch wenn sie barbarisch ist”, sagte er. Als einen der “schlimmsten Momente” ihrer bisherigen Amtszeit bezeichnete Baerbock den Moment, als sie bei ihrem Besuch in der Ukraine Fotos erschossener Kinder gesehen habe. “Das sagt alles darüber, dass man mit diesem Putin derzeit nicht verhandeln kann”, sagte sie über den russischen Präsidenten. “Es geht ihm um Vernichtung. Selbst von Kindern.”

Gouverneur von Donezk: Sechs Tote bei Angriff auf Wohngebäude

7.50 Uhr: Bei einem Raketenangriff in der Stadt Tschasiw Jar sind nach Angaben des Gouverneurs der Region Donezk sechs Menschen getötet worden. Eine russische Rakete sei am Samstagabend in ein fünfgeschossiges Wohngebäude eingeschlagen, schreibt Pawlo Kyrylenko auf Telegram.Das Gebäude sei daraufhin eingestürzt. Dabei seien sechs Menschen getötet und fünf verletzt worden. Bewohner befürchteten, dass mindestens 34 Menschen in den Trümmern eingeschlossen seien.

Kanada erlaubt Ausfuhr reparierter Turbinen für Gaspipeline Nord Stream 1

2.28 Uhr: Kanada hat am Samstag grünes Licht gegeben für die Lieferung von reparierten Turbinen für die Gaspipeline Nord Stream 1 nach Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lemke kündigt Gas- und Strom Moratorium an

00.20 Uhr: Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke (Grüne) kündigt ein Moratorium für das Abstellen von Strom und Gas an, sollte die Bundesnetzagentur den Energieversorgern erlauben, die gestiegenen Weltmarktpreise an die Verbraucher weiterzugeben. “Wir müssen einerseits sicherstellen, dass die Versorger die Energieversorgung im Land aufrechterhalten können,” sagt Lemke der “Bild am Sonntag”.Andererseits dürfe niemandem in einer Krisensituation der Strom oder das Gas abgestellt werden, weil er mit der Rechnung in Verzug sei. “Und im Krisenfall müssten wir auch über ein weiteres Hilfspaket entscheiden.”

Selenskyj entlässt Botschafter Andrij Melnyk

21.37 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk entlassen. “Ich habe heute Dekrete über die Entlassung einiger Botschafter der Ukraine unterzeichnet. Diese Frage der Rotation ist ein üblicher Teil der diplomatischen Praxis”, sagte Selenskyj am Samstag in einer Videobotschaft, ohne einen der fünf Botschafter namentlich zu nennen. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA sichern Ukraine weitere humanitäre Hilfen zu

18.53 Uhr: Die US-Regierung hat der Ukraine infolge des russischen Angriffskrieges weitere humanitäre Unterstützung zugesagt. US-Außenminister Antony Blinken kündigte am Samstag nach dem G20-Außenministertreffen in Bali an, “dass die Vereinigten Staaten fast 368 Millionen Dollar (361 Millionen Euro) an zusätzlicher humanitärer Hilfe bereitstellen werden, um die vom brutalen Krieg Russlands gegen die Ukraine Betroffenen zu unterstützen”.Seit Beginn der russischen Invasion im Februar hätten die USA als wichtigstes Geberland mehr als 1,28 Milliarden Dollar an humanitärer Hilfe für die Ukraine zugesagt. Blinken forderte Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf, “die Kriegshandlungen sofort zu beenden”.

Bericht: Deutschland sichert sich Munition für Gepard-Panzer

15.57 Uhr: Deutschland hat sich offenbar neue Munition für den Flugabwehrpanzer Gepard gesichert, der an die Ukraine geliefert werden soll. Das berichtet der “Spiegel”. Demnach habe das Kanzleramt gemeinsam mit dem norwegischen Verteidigungsministerium einen Hersteller gefunden, der für Nachschub sorgen kann.Zuletzt galt der Munitionsmangel als großes Problem bei der Lieferung, da für die Panzer insgesamt nur 600.000 Schuss bereitstanden. Zunächst soll Deutschland in Südamerika fündig geworden sein, allerdings gab der schweizer Hersteller die Munition nicht frei. Nun soll Einigung mit einem Unternehmen aus Norwegen bestehen. Laut dem Bericht soll die Munition bereits in der kommenden Woche auf einem Übungsplatz in Schleswig-Holstein getestet werden. Insgesamt sollen 30 Gepard-Panzer an die Ukraine geliefert werden. In Deutschland sollen bereits ukrainische Soldaten an dem Flugabwehrgerät ausgebildet werden. Sollte es keine weiteren Verzögerungen geben, könnte der Gepard noch in diesem Monat an die Ukraine geliefert werden.

Medwedew: Russland wird wieder ernst genommen

15.51 Uhr: Der frühere russische Präsident und heutige Vizechefs des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, sieht die internationale Bedeutung seines Landes durch den Ukraine-Krieg gestärkt. Die “militärische Spezialoperation” in der Ukraine habe eine Aufgabe bereits erfüllt, schrieb Medwedew am Samstag im Nachrichtendienst Telegram. “Mit Russland wird nun ernsthaft gerechnet. Wie mit der Sowjetunion. Und in mancher Hinsicht sogar noch ernsthafter, dem Sanktionspaket nach zu urteilen.” Vor einiger Zeit sei dies noch anders gewesen, so Medwedew weiter. Da sei Russland zwar Teilnehmer der G8-Treffen der größten Industriestaaten der Welt gewesen, aber nicht zu bestimmten Treffen der übrigen sieben Teilnehmer eingeladen worden, “wenn wirtschaftliche und verteidigungspolitische Fragen der westlichen Länder erörtert wurden”.Vor allem westliche Staaten verurteilen den Angriff Russlands gegen die Ukraine seit Wochen heftig, gegen Moskau wurden zahlreiche Sanktionen verhängt. Einige Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten haben ihre Teilnahme an einem Gipfel im November infrage gestellt, sollte Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich dorthin kommen.

Militärausbildung für ukrainische Freiwillige in Großbritannien begonnen

12.55 Uhr: In Großbritannien hat am Samstag ein neues Programm zur militärischen Ausbildung ukrainischer Soldaten begonnen. Eine erste Gruppe von insgesamt bis zu 10.000 militärisch unerfahrenen Freiwilligen aus der Ukraine habe nun erste Übungen absolviert, teilte das britische Verteidigungsministerium mit.Das mehrwöchige Training basiert auf der britischen Grundausbildung für Soldaten und umfasst den Umgang mit Waffen, erste Hilfe auf dem Schlachtfeld, militärische Taktik und Kriegsrecht. Mehr als tausend Angehörige der britischen Streitkräfte beteiligen sich in den kommenden Monaten an der Ausbildung der ukrainischen Freiwilligen, die auf verschiedenen Militärstützpunkten in England stattfindet.Großbritannien hat der Ukraine bisher Militärhilfen im Wert von 2,3 Milliarden Pfund (2,7 Milliarden Dollar) bereitgestellt, darunter mehr als 5.000 Panzerabwehrwaffen und Mehrfachraketen-Systeme. Im Zuge der “Operation Orbital” hatte Großbritannien bereits nach der russischen Annexion der Krim zwischen 2015 und 2022 rund 22.000 ukrainische Soldaten ausgebildet.

Russisches Militär berichtet von zerstörten westlichen Waffen

12.35 Uhr: Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bei massiven Angriffen im Osten der Ukraine einmal mehr auch westliche Waffen vernichtet. In der Nähe der Ortschaft Tschassiw Jar im Gebiet Donezk sei ein Hangar mit von den USA gelieferten M777-Haubitzen zerstört worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau. Demnach wurden dort auch zahlreiche ukrainische Soldaten getötet. Von unabhängiger Seite überprüfbar waren diese Angaben nicht.Auch im Gebiet Mykolajiw im Süden des Landes, in der Region Dnipropetrowsk um die Millionenstadt Dnipro sowie anderen Teilen des Landes seien bei Artillerie- und Raketenangriffen Dutzende ukrainische Soldaten getötet sowie Militärtechnik und teils Munitionslager zerstört worden, sagte Konaschenkow. Er zeigte ein Video von Kampfeinsätzen sowie mit Landkarten zu den Stoßrichtungen der russischen Streitkräfte.

CDU-Außenpolitiker hält Putin-Äußerungen für “leere Drohungen”

12.07 Uhr: Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hält die jüngsten Warnungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Ukraine-Krieg für “leere Drohungen”. “Für mich sind das leere Drohungen, weil Russland sich eine weitere Eskalation nicht leisten kann”, sagte Kiesewetter am Samstag im Deutschlandfunk. “Sie sind auf Gedeih und Verderb auf den militärischen Erfolg angewiesen. Wir müssen unserer Bevölkerung deutlich machen, dass wir etwas Durchhaltewillen brauchen.” Die Sanktionen wirkten dramatisch, aber es brauche Zeit – “ein bis zwei Jahre”.Kiesewetter argumentierte, dass die russischen Arsenale sich langsam erschöpften und russische Streitkräfte “ungeheure Verluste” hätten. “Und dies wird mit einer Scheinstärke der Russen jetzt bei Verhandlungen Lawrows beispielsweise bei G20 oder auch mit Pseudodrohungen Putins, dass Russland noch gar nicht richtig losgelegt habe, kompensiert. Also Russland baut eine Chimäre auf.”

Ukraine: Russische Armee nimmt zunehmend Gebiet Donezk ins Visier

10.23 Uhr: Die russische Armee nimmt nach der Einnahme des Gebiets Luhansk nach ukrainischen Angaben nun von dort aus zunehmend die Region Donezk ins Visier. Die Besatzer führten Angriffe von Lyssytschansk aus in Richtung Westen, sagte der ukrainische Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, am Samstag. “Wir geben uns Mühe, die bewaffneten Gruppierungen der Russen auf ganzer Linie aufzuhalten.” Allerdings greifen sie Hajdaj zufolge von mehreren Seiten an und versuchen, tief in das benachbarte Gebiet vorzudringen.Sie erzeugen demnach eine “echte Hölle” durch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss. Die ukrainischen Streitkräfte leisteten allerdings tapfer Widerstand, sagte Hajdaj.Russland dürfte als nächstes im Gebiet Donezk die größeren Städte Slowjansk und Kramatorsk im Blick haben. Es ist erklärtes Ziel Moskaus, die Region komplett der ukrainischen Kontrolle zu entreißen. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in Kiew gab es auch in anderen Teilen des Landes Beschuss, darunter in den Gebieten Charkiw und Tschernihiw. Dabei sei auch zivile Infrastuktur getroffen worden.

Großbritannien: Russland versammelt Reservisten nahe der Ukraine

7.46 Uhr: Russland beordert dem britischen Militärgeheimdienst zufolge Reservisten aus dem ganzen Land in die Nähe der Ukraine. Sie sollen dort für künftige Offensiven zur Verfügung stehen. Sie würden mit Mehrzweckpanzern MT-LB transportiert.

Putin warnt vor katastrophalen Folgen für den Energiemarkt

4 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Falle einer Ausweitung der Sanktionen gegen sein Land mit weitreichenden Folgen für den Westen gedroht. “Eine weitere Anwendung der Sanktionspolitik kann zu noch schwerwiegenderen, ohne Übertreibung sogar zu katastrophalen Folgen auf dem globalen Energiemarkt führen”, sagte Putin am Freitag der Agentur Interfax zufolge bei einem Treffen mit Regierungsvertretern. Als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine hat etwa die Europäische Union weitreichende Sanktionen beschlossen – darunter ein Embargo für russisches Öl.Wladimir Putin bei einem Treffen im Kreml (Archivbild): Der russische Präsident warnte vor neuen Sanktionen. (Quelle: Aleksey Nikolskyi/imago-images-bilder)

Behördenchef will mehr Katastrophenschutzübungen abhalten

3.10 Uhr: Der neue Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, möchte bundesweit mehr Katastrophenübungen durchführen. Dabei sehe man die Bevölkerung nicht als Statisten, sondern als “Akteure auf Augenhöhe”, sagte Tiesler der “Rheinischen Post” (Samstag). Er halte es deshalb für sinnvoll, sich “gemeinsam auf begründete Krisenszenarien auch mit Übungen vorzubereiten”. “Wie das genau aussehen könnte, müssen wir diskutieren”, ergänzte Tiesler. “Die Aufgaben sind mit den jüngsten Krisen – Hochwasser, Dürren, Covid und jetzt der Ukraine-Krieg – dramatisch gewachsen. Da wird ein weiterer Aufwuchs von Finanzmitteln und Personal notwendig werden”, sagte Tiesler.

Ukraine: Selenskyj besucht Front

3.00 Uhr: Nach eigenen Angaben begutachtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die vorderen Verteidigungslinien in den Regionen Dnipropetrovsk und Krywyj Rih. Zudem besucht er ein Krankenhauses in Dnipro, in dem verwundete Soldaten behandelt werden.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich im russischen Angriffskrieg gegen sein Land weiter mit Botschaften auch an das Ausland wenden. “Wir arbeiten jeden Tag und unter allen Umständen so viel wie möglich an der außenpolitischen Front”, sagte er am Freitag in einer Videobotschaft. Seine Videoansprache an das slowenische Parlament am Freitag sei bereits die 24. Rede an ein Abgeordnetenhaus eines EU-Mitglieds gewesen. Drei Ansprachen an die Parlamente der übrigen der insgesamt 27 EU-Mitgliedstaaten stehen noch aus.

Papstreise in die Ukraine schon im August?

1.30 Uhr: Papst Franziskus könnte nach Einschätzung seines wichtigsten außenpolitischen Beraters noch in diesem Sommer nach Kiew reisen. Kurienerzbischof Paul Gallagher, der Sekretär für die Beziehung zu den Staaten und damit so etwas wie der Außenminister des Vatikans, sagte dies dem italienischen Sender Rai1 am Freitagabend.Der 85 Jahre alte Pontifex werde nach der Rückreise aus Kanada Ende Juli mit seinem Stab einen Besuch in Kiew erörtern. Auf die Nachfrage, ob so ein Trip schon im August denkbar sei, antwortete Gallagher: “Das ist möglich, ich würde es nicht ausschließen.”

USA kündigen weitere Militärhilfen für die Ukraine an

20.49 Uhr: Die USA wollen die Ukraine im Krieg gegen Russland mit weiteren Waffenlieferungen im Wert von rund 400 Millionen US-Dollar unterstützen. Zu dem neuen Paket gehören vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars, 1.000 hochpräzise 155-Millimeter-Artilleriegeschosse, Radargeräte zur Artillerieaufklärung und Ersatzteile, wie eine hochrangige Vertreterin des US-Verteidigungsministeriums am Freitag sagte.Mit den neuen Raketenwerfern verfügen die ukrainischen Streitkräfte dann über zwölf Himars-Systeme. Angaben des russischen Militärs, zwei Exemplare zerstört zu haben, wies die Pentagon-Vertreterin zurück. Alle an die Ukraine gelieferten Himars seien weiterhin im Einsatz. Bislang haben die USA der Ukraine seit Kriegsbeginn Ende Februar damit nach eigenen Angaben Waffen und Ausrüstung im Wert von 7,3 Milliarden US-Dollar zugesagt oder bereits geliefert.Ukrainische Soldaten bringen ein Himars-System in Stellung (Archivbild): Die USA wollen vier weitere Raketenwerfer liefern. (Quelle: Armed Forces of Ukraine/imago-images-bilder)

Prorussische Separatisten machen Weg frei für die Todesstrafe

18.22 Uhr: In der ostukrainischen Kriegsregion Donezk haben die prorussischen Separatisten den Weg für die Hinrichtung von drei zum Tode verurteilten Ausländern frei gemacht. Ein Moratorium zur Vollstreckung der Todesstrafe wurde am Freitag von dem international nicht anerkannten Parlament der abtrünnigen Region aufgehoben.Das Moratorium, also das Aussetzen der Todesstrafe, hätte aufgrund einer zum 1. Juli in Kraft getretenen neuen Strafprozessordnung eigentlich noch bis 2025 gegolten. Die Möglichkeit der Vollstreckung der Todesstrafe diene zur Abschreckung bei Schwerstverbrechen, hieß es auf der Parlamentsseite.Im Juni waren zwei britische und ein marokkanischer Staatsbürger zum Tode verurteilt worden. Sie hatten aufseiten der ukrainischen Armee gegen die von Russland unterstützten Separatisten gekämpft. Die Aufständischen sehen sie als Söldner und damit außerhalb der Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen stehend an. Alle drei haben eine Revision des Urteils beantragt. International könnte eine mögliche Hinrichtung als Kriegsverbrechen angesehen werden.

Steinmeier konfrontierte Selenskyj wohl wegen Ausladung aus Kiew

16.45 Uhr: Der Eklat um die geplatzte Reise von Frank-Walter Steinmeier nach Kiew belastete das Verhältnis des Bundespräsidenten zum ukrainischen Regierungschef Wolodymyr Selenskyj offenbar stärker als bislang bekannt, berichtet der “Spiegel”. Demnach konfrontierte Steinmeier im ersten Telefonat der beiden Präsidenten nach dem Affront Selenskyj persönlich mit dem Fall und verlangte von ihm Aufklärung über die Hintergründe. Bevor er über das künftige Verhältnis der beiden und neue Reisepläne sprechen wolle, müsse man erst noch einmal über die Vergangenheit sprechen, heißt es aus dem Umfeld des Bundespräsidenten. Lesen Sie hier mehr dazu.Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: Er telefonierte bislang zweimal mit Selenskyj. (Quelle: Marc John/imago-images-bilder)

Moskauer Politiker zu sieben Jahren Straflager verurteilt

16.25 Uhr: Ein Moskauer Kommunalpolitiker ist nach öffentlicher Kritik an der russischen Offensive in der Ukraine zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Moskau befand Alexej Gorinow am Freitag für schuldig, “wissentlich Falschinformationen” über die russische Armee verbreitet zu haben. Der 60-Jährige habe aus “politischem Hass” gehandelt, sagte Richterin Olesja Mendelejewa. Er und eine weitere Abgeordnete, Jelena Kotjonotschkina, hätten die Russinnen und Russen über den Militäreinsatz in der Ukraine “in die Irre geführt” und ihnen “Angst und Schrecken eingejagt”, fügte die Richterin hinzu. Kotjonotschkina ist inzwischen aus Russland geflohen.Alexei Gorinow, Kommunalpolitiker aus Moskau, mit einem Schild: “Braucht ihr diesen Krieg noch?” (Quelle: Stringer/Reuters-bilder)Gorinow hielt während der Verhandlung einen Zettel hoch, auf dem stand: “Braucht ihr diesen Krieg noch?”. Ein Gerichtsdiener versuchte, die Worte vor den Kameras abzuschirmen. “Das war alles vorher schon beschlossen”, sagte der Kommunalpolitiker bei der Urteilsverkündung. Gorinow hatte im März Russlands Militäreinsatz in der Ukraine kritisiert. Er forderte, auf einen Malwettbewerb für Kinder in seinem Wahlkreis zu verzichten, solange in der Ukraine “jeden Tag Kinder sterben”. Sein Auftritt wurde gefilmt und auf der Video-Plattform Youtube verbreitet.Die russischen Behörden gehen seit der Entsendung russischer Truppen in die Ukraine verstärkt gegen abweichende Meinungen vor. Anfang März wurden für die “Verbreitung falscher Informationen” über die russische Armee bis zu 15 Jahre Haft eingeführt. Nach Ansicht von Aktivisten soll der Straftatbestand Kritiker der russischen Offensive in der Ukraine zum Schweigen bringen. Gorinow ist der erste Mandatsträger der Opposition, der wegen seiner Kritik zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Russland zu Verhandlungen über Getreideexporte bereit

8.59 Uhr: Im Streit um Getreideexporte aus der Ukraine ist Russland zu Verhandlungen mit seinem Nachbarland sowie der Türkei bereit. Das sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Freitag am Rande des G20-Außenministertreffens auf Bali. “Die Ukraine sollte die Blockade ihrer Häfen beenden, diese entminen oder eine Durchfahrt durch die Minenfelder gewährleisten”, sagte Lawrow. Danach würden Russland und die Türkei außerhalb des ukrainischen Hoheitsgebiets für die Sicherheit der Frachtschiffe sorgen, damit sie weiter ins Mittelmeer fahren könnten.Russland blockiert nach Einschätzung von Geheimdiensten und Experten die ukrainischen Häfen und nimmt gezielt Transportwege wie Bahnstrecken unter Beschuss. Einmal mehr wies Lawrow Vorwürfe des Westens zurück, dass Russland durch seinen Krieg in der Ukraine die Weizenexporte verhindere und so die Lebensmittelsicherheit in der Welt in Gefahr bringe. Das ukrainische Getreide mache nur ein Prozent der Versorgung aus, sagte er. Zugleich kritisierte Lawrow, dass Russland wegen der Sanktionen des Westens sein eigenes Getreide nicht exportieren könne, weil etwa Schiffe nicht versichert würden oder keine ausländischen Häfen anlaufen könnten.

Ukrainisches Militär: Angriffe im Süden abgewehrt

4 Uhr: Das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte berichtet in seinem Report auf Facebook von Hubschrauber-Angriffen russischer Truppen in Cherson, die aber abgewehrt worden seien. In der Region Mykolajiw habe es am Donnerstagabend schweren Artilleriebeschuss gegeben, allerdings ohne menschliche Verluste. Ukrainische Kampfhubschrauber hätten bei Einsätzen russische Ausrüstung zerstört. Bei Vysokopillya seien mehrere russische Raketenwerfer, ein Panzer und eine Haubitze sowie ein Munitionsdepot zerstört worden. Angaben zu eigenen Verlusten wurden nicht gemacht. Der Bericht lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Bericht: Kanada will Nord Stream 1 Turbine ausliefern

0.30 Uhr: Kanada ist offensichtlich bereit, eine dort gewartete Turbine von Siemens Energy für die Nord Stream 1 Pipeline zu liefern. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus mit den Verhandlungen vertrauten Personen. So teilte ein Offizieller des ukrainischen Energieministeriums mit, dass man Informationen habe, dass Kanada die Turbine an Gazprom übergeben will. Dies wurde von einer weiteren Quelle bestätigt.Das Thema gilt als schwierig, weil die Lieferung die Sanktionsauflagen gegen Russland verletzen könnte, auch wenn die EU kein Gas-Embargo gegen Russland verhängt hat. Die Bundesregierung argumentiert, dass man der russischen Regierung keinen Vorwand geben sollte, die Gaslieferungen nach Europa mit dem Hinweis auf die fehlende Turbine zu kürzen.Kanzler Olaf Scholz hatte gesagt, dass es sich um eine politische Entscheidung in Moskau handele und der technische Grund vorgeschoben sei. Wenn man die Turbine wieder einsetzen könne, könne sich die russische Regierung nicht mehr auf das angeblich technische Problem berufen.Die Ukraine stellt sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Kanada gegen die Auslieferung und verweist auf bestehende Sanktionen.

Selenskyj ruft nach mehr Waffen aus dem Westen

23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Westen mit Nachdruck zu weiteren Waffenlieferungen im Krieg gegen Russland aufgerufen. “Je größer die Verteidigungshilfe für die Ukraine jetzt ist, desto eher wird der Krieg mit unserem Sieg enden und desto geringer werden die Verluste aller Länder der Welt sein”, sagte er am Donnerstag in einer Videobotschaft. Kiews Partner besäßen genaue Informationen über die Bedürfnisse der Ukraine. “Das gilt sowohl für Luftverteidigung, als auch für moderne Artillerie.”

Tote bei Angriffen in Charkiw und Donezk gemeldet

22.50 Uhr: Bei Beschuss von Orten im Kriegsgebiet der Ostukraine sind erneut mehrere Menschen verletzt oder getötet worden. In der Region Charkiw sprachen die Behörden am Donnerstag von drei Toten und fünf Verwundeten durch russische Angriffe. “Der Feind ist hinterhältig, zielt auf Wohngebiete und zivile Infrastruktur”, teilte der regionale Befehlshaber Oleh Synjehubow mit. Die Berichte aus den Kampfgebieten können nicht unabhängig geprüft werden.In den Orten Kramatorsk und Awdijiwka in der Region Donezk starben den Behörden zufolge zwei Menschen, acht wurden verletzt. Russische Angriffe hätten nur zivile Ziele getroffen, erklärte der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kyrylenko. Die prorussischen Separatisten in der Region Donezk sprachen von einem Toten und elf Verletzten durch ukrainischen Beschuss. Auch dies konnte nicht unabhängig geprüft werden.Seit Russland die weitgehende Kontrolle über die ostukrainische Region Luhansk übernommen hat, hat sich der Schwerpunkt der Kämpfe ins benachbarte Donezk verlagert. Im Visier der russischen Armee sind besonders die Städte Kramatorsk und Slowjansk.

Kanada schickt 39 gepanzerte Fahrzeuge

22.30 Uhr: Die kanadische Regierung will die Ukraine im Sommer mit 39 gepanzerte Fahrzeuge beliefern. Die Fahrzeuge des kanadischen Herstellers General Dynamics könnten als Krankenwagen, Wartungs- und Bergungsfahrzeuge oder zur Beförderung von Truppen eingesetzt werden, sagt Verteidigungsministerin Anita Anand. Die Lieferung ist Teil eines militärischen Unterstützungspakets für die Ukraine im Wert von 500 Millionen kanadische Dollar.

Putin fordert Westen heraus: “Sollen sie es doch versuchen”

19.25 Uhr: Der Westen kann Russlands Präsident Wladimir Putin zufolge ruhig versuchen, sein Land militärisch zu besiegen. “Heute hören wir, dass sie uns auf dem Schlachtfeld schlagen wollen”, sagte Putin in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache vor hochrangigen Abgeordneten. Woher er das gehört habe, gab er nicht an. Auch stimmt es nicht, dass westliche Truppen in der Ukraine im Einsatz sind. Immer wieder nutzt der Kremlchef seine Fernsehauftritte dazu, seine Kriegspropaganda zu befeuern. Lesen Sie hier mehr dazu.Wladimir Putin, Präsident Russlands: Seine Ansprache wurde im Staatsfernsehen übertragen. (Quelle: Sputnik/Aleksey Nikolskyi/Kremlin/imago-images-bilder)

Umstrittener Getreide-Frachter fährt von Türkei wieder in russische Gewässer

18.07 Uhr: Ein umstrittener russischer Frachter mit angeblich der Ukraine gestohlenem Getreide an Bord ist nach tagelangem Festliegen in der Türkei wieder in russische Gewässer gefahren. Die “Zhibek Zholy” sei in Richtung des russischen Schwarzmeer-Hafens Kawkas unterwegs, hieß es am Donnerstag übereinstimmend aus türkischen Kreisen. Die Tracking-Website marinetraffic.com zeigte, dass der Frachter sich etwa 20 Kilometer vom türkischen Hafen Karasu wegbewegte, wo er zwischenzeitlich gelegen hatte. Danach schaltete das Schiff offenbar seinen Signalsender ab – und verschwand vom Bildschirm.Nach Angaben der Regierung in Kiew war der Frachter ursprünglich vom von russischen Truppen besetzten ukrainischen Hafen Berdjansk aus in See gestochen. An Bord sei von Moskau beschlagnahmtes ukrainisches Getreide. Kiew forderte deshalb von der Türkei nach dem Einlaufen der “Zhibek Zholy” in Karasu am vergangenen Freitag die Beschlagnahmung des Frachters und die Rückgabe der Lieferung.Wegen des nun erfolgten Auslaufens des Schiffes aus Karasu und der Rückkehr in russische Gewässer bestellte das ukrainische Außenministerium am Donnerstag den türkischen Botschafter in Kiew ein. Es zeigte sich in einer Erklärung “tief enttäuscht” darüber, dass Ankara “die ukrainischen Aufforderungen ignoriert” habe. In den ukrainischen Häfen, die unter russischer Kontrolle sind oder von russischen Truppen blockiert werden, stecken Millionen Tonnen Weizen fest. Die Türkei pflegt traditionell gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland und bemüht sich seit Kriegsbeginn um eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

Johnson sichert Selenskyj nach Rückzug britische Unterstützung zu

16.35 Uhr: Nach seinem angekündigten Rückzug als britischer Premierminister hat Boris Johnson dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die ungebrochene Unterstützung des Vereinigten Königreichs zugesichert. Wie eine Regierungssprecherin am Donnerstag sagte, habe Johnson in einem Telefonat versichert, dass Großbritannien so lange wie nötig wichtige “Defensivhilfe” leisten werde. Er werde zudem gemeinsam mit Partnern und Verbündeten daran arbeiten, die russische Blockade von ukrainischen Getreidelieferungen zu lösen.”Er dankte Präsident Selenskyj für alles, was er tut, um für die Freiheit einzutreten, für seine Freundschaft und für die Freundlichkeit des ukrainischen Volkes”, sagte die Sprecherin. Im Gegenzug habe Selenskyj dem Premier für sein entscheidendes Handeln an der Seite der Ukraine gedankt. Johnson hatte Selenskyj seit Kriegsbeginn zwei Mal in Kiew getroffen. Zum Abschluss des Gesprächs habe der Premier gesagt: “Sie sind ein Held, jeder mag Sie.”

Ukrainer sollen Führerscheine in der EU nutzen können

15.55 Uhr: Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen während ihrer Zeit in der EU unkompliziert in der Heimat erworbene Führerscheine nutzen können. “Als Reaktion auf die grundlose und ungerechtfertigte militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine sind der Rat und das Europäische Parlament übereingekommen, im Dringlichkeitsverfahren besondere und vorübergehende Maßnahmen in Bezug auf ukrainische Fahrerdokumente einzuführen”, teilte die Vertretung der 27 Mitgliedstaaten am Donnerstag in Brüssel mit.Die Regelungen sollen den Angaben zufolge insbesondere die Anerkennung und die Verlängerung der Dokumente sowie Überprüfungsverfahren im Fall eines Verlusts oder Diebstahls vereinfachen. Ziel sei es, den Alltag der Menschen in der EU ein wenig leichter zu machen, bis der “inakzeptable Krieg” ein Ende gefunden habe. Wie das EU-Parlament mitteilte, können ukrainische Flüchtlinge unter bestimmten Bedingungen auch Lkw- und Busführerscheine in der EU anerkennen lassen. Dafür müssten sie eine kurze Schulung und eine Prüfung absolvieren.Hintergrund des Vorstoßes ist, dass sich derzeit die Vorschriften und Verfahren für die Anerkennung und den Umtausch von Führerscheinen aus Drittländern von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat unterscheiden. So gilt beispielsweise in Deutschland, dass Fahrerlaubnisse aus den meisten Drittstaaten nur noch übergangsweise gültig sind, wenn man einen festen Wohnsitz hat. Wer in der Bundesrepublik darüber hinaus Auto fahren will, braucht einen in Deutschland ausgestellten Führerschein.

Kreml äußert sich zu EU-Sanktionen

15.18 Uhr: Russland bereitet sich wegen der EU-Sanktionen nach Kremlangaben in seiner Ostseeregion Kaliningrad (früher Königsberg) angeblich auf das “Schlimmste” vor. Es würden über verschiedene Kanäle Gespräche geführt, um das Problem des Warentransits durch das baltische EU-Land Litauen in das russische Gebiet zu lösen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. “Natürlich hoffen wir auf das Beste, aber bereiten uns auf das Schlimmste vor”, sagte er der Agentur Interfax zufolge.Güter müssen auf dem Landweg in die russische Exklave Kaliningrad EU-Gebiet passieren. Litauen lässt keine mit Sanktionen belegte Waren mehr durch. Betroffen sind etwa Luxusgüter und Stahlerzeugnisse, die einen Großteil der blockierten Waren ausmachen. Andere Güter und auch Passagiere könnten das Land weiter durchqueren.Russland sieht die Versorgung der von EU-Staaten umgebenen Region gefährdet. Die Vorsitzende des russischen Föderationsrates, Valentina Matwijenko, warf Litauen “Wahnwitz” vor. Wenn keine Lösung des Problems gefunden werde, falle die Antwort Russlands hart aus. Sie kritisierte die Strafmaßnahmen des Westens gegen Russland wegen des Einmarsches in die Ukraine insgesamt als unrechtmäßig. Litauen und die EU seien gewarnt. Matwijenko äußerte sich nicht dazu, welche Gegenmaßnahmen Russland ergreifen will, wenn der Transit nicht wieder freigegeben wird.

Ukraine meldet Opfer bei Angriff von Kramatorsk und Slowijansk

14.43 Uhr: Bei einem Angriff auf die Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine ist am Donnerstag mindestens ein Mensch getötet worden. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Eine Explosion riss einen großen Krater zwischen ein Hotel und Wohngebäude. Die Journalisten sahen einen Toten, mehrere Verletzte sowie zwei brennende Autos.Feuerwehrleute löschen ein brennendes Auto in Kramatorsk: Die Stadt steht unter Beschuss. (Quelle: Nariman El-Mofty/AP/dpa-bilder)Der Bürgermeister der Stadt schrieb auf Facebook: “Luftangriff auf das Zentrum von Kramatorsk. Es gibt Opfer.” Er rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben. “Die Gefahr ist noch nicht vorüber”, fügte er hinzu. Zuvor hatte der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, von mindestens sieben zivilen Todesopfern in der Region am Mittwoch berichtet, als mehrere Ortschaften unter Artillerie- und Raketenbeschuss geraten waren. Kramatorsk ist die Hauptstadt des ukrainisch kontrollierten Teils der Region Donezk.Auch in Slowijansk wurden Angriffe gemeldet. Der Bürgermeister von Slowijansk teilt mit, seine Stadt sei unter Beschuss geraten und es seien einige Bewohner verletzt worden. Genauere Details nannte er nicht.

Bilder offenbaren Zerstörung auf zurückeroberter Schlangeninsel

13.15 Uhr: Ukrainische Soldaten haben auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer wieder die ukrainische Nationalflagge gehisst. Videoaufnahmen, die das ukrainische Militär am Donnerstag veröffentlichte, zeigen auch die Zerstörung, die russische Einheiten nach etwa viermonatiger Besatzung auf der symbolträchtigen Insel hinterlassen haben.Der Sprecher der Militärverwaltung des Gebiets Odessa, Serhij Brattschuk, teilte am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram mehrere Fotos. Unterzeichnet wurde die Flagge auch von Odessas Militärgouverneur Maxym Martschenko. Sie trägt außerdem die Aufschrift: “Merke dir, “russisches Kriegsschiff”, die Insel gehört zur Ukraine!!!”Schlangeninsel, Ukraine: Auf dem Eiland im Schwarzen Meer weht offenbar wieder die ukrainische Flagge. (Quelle: Uncredited/Ukrainian Defence Ministry Press Office/AP/dpa-bilder)Russische Einheiten waren vor einer Woche nach anhaltenden ukrainischen Luft- und Artillerieangriffen von der Insel abgezogen. Wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet, hinterließen die Besatzer zerstörte Gebäude, aber auch militärisches Gerät und Munition.Am Donnerstagmorgen wurde der Anlegesteg der Insel ukrainischen Angaben zufolge durch zwei russische Raketen “erheblich beschädigt”. Von Russlands Seite hieß es später, bei dem Angriff seien mehrere ukrainische Soldaten getötet worden. Das ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine: Brände nach russischem Beschuss in Südukraine

12.30 Uhr: Im Süden der Ukraine haben russische Luftangriffe offenbar zahlreiche Brände ausgelöst. Nach Angaben der regionalen Behörden von Mykolajiw und Cherson waren davon am Mittwoch mehrere landwirtschaftliche Flächen betroffen. In der Region Cherson haben russische Raketen demnach “Feuer in Wäldern, Dörfern und auf Feldern” ausgelöst. In Perwomaisk, nördlich der Stadt Mykolajiw, seien am Mittwoch Getreidefelder durch die Angriffe zerstört worden – betroffen sei auch das Stadtviertel Korabelny in der Stadt Mykolajiw. Videos aus ländlichen Teilen der Region sollen zeigen, wie Bauern versuchen, die verbleibende Ernte vor den Flammen zu retten. Die ukrainischen Behörden werfen den russischen Besatzungskräften vor, die Bewohner daran zu hindern, die Feuer zu löschen.In der Region Mykolajiw stehen am Donnerstagmorgen nach ukrainischen Angaben Dörfer an der Frontlinie um Beresnehuwate weiter unter russischem Beschuss. In vielen bewohnten Gebieten seien Elektrizität und Wasserversorgung seit Monaten unterbrochen. Angriffe habe es am Donnerstagmorgen auch auf den Küstenort Otschakiw gegeben.Auch Russlands Militär meldete mehrere Angriffe in der Region Mykolajiw. Dort seien etwa zwei ukrainische Kampfflugzeuge sowie ein Ausbildungslager der ukrainischen Armee zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben beider Seiten zunächst nicht.

Ukraine: Türkei lässt russisches Schiff mit Getreide auslaufen

11.45 Uhr: Die Türkei hat nach Darstellung des ukrainischen Außenministeriums ein russisches Schiff mit Getreide an Bord aus der Hafenstadt Karasu auslaufen lassen. Das Schiff sei mit gestohlenem Getreide aus der Ukraine beladen. Dies sei eine “inakzeptable Situation”, erklärt das Ministerium in Kiew. Man habe deshalb den türkischen Botschafter einbestellt. Den türkischen Behörden seien Beweise für die Darstellung der Ukraine vorgelegt worden, schrieb Ministeriumssprecher Oleg Nikolenko auf Twitter.

Brasilianisches Ex-Model stirbt im Kampf gegen Putins Armee

Thalita do Valle und ihr Begleiter Douglas Burigo: Die zwei Brasilianer kämpften freiwillig in der Ukraine gegen die russische Armee. (Quelle: Screenshot/Twitter@visegrad24)

“Unverantwortlich”: Lambrecht will keine Fuchs-Panzer liefern

9.50 Uhr: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat einer Lieferung von Transportpanzern des Typs Fuchs an die Ukraine mit Hinweis auf eigene Sicherheitsinteressen Deutschlands eine Absage erteilt. “Wir unterstützen die Ukraine mit allem, was möglich und verantwortbar ist. Aber wir müssen die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gewährleisten”, teilte die SPD-Ministerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit und reagierte auf Forderungen der Union.Lambrecht erklärte weiter: “Deshalb ist es unverantwortlich, die Bundeswehr gerade in diesen Zeiten ausplündern zu wollen und sich dabei sogar über den militärischen Ratschlag des Generalinspekteurs ignorant hinwegsetzen zu wollen.” Verteidigungsministerin Christine Lambrecht: “Wir unterstützen die Ukraine mit allem, was möglich und verantwortbar ist.” (Quelle: Sven Eckelkamp/imago-images-bilder)

Ukrainisches Militär: Russland kämpft weiter um Luhansk

9.13 Uhr: Russlands Truppen kämpfen Angaben aus Kiew zufolge weiter um eine vollständige Kontrolle des bereits weitgehend eroberten Gebiets Luhansk im Osten der Ukraine. Dazu verlegten die Russen einige ihrer Einheiten, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstag mit.Zuvor hatte der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj erklärt, dass auch nach dem Fall der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk weiter in Außenbezirken gekämpft werde. Aus Moskau heißt es hingegen seit Tagen, die eigenen Truppen hätten Luhansk komplett unter ihre Kontrolle gebracht.Der ukrainische Generalstab berichtete auch von weiteren russischen Angriffen im Nachbargebiet Donezk. Rund um die Städte Kramatorsk und Bachmut seien mehrere Siedlungen mit Artillerie beschossen worden, hieß es. Aus der südukrainischen Region Odessa wurden darüber hinaus in der Nacht zwei Raketenangriffe gemeldet.

Ardern wirft UNO Versagen vor

7.22 Uhr: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat dem UN-Sicherheitsrat Versagen in seiner Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vorgeworfen. Verantwortlich für die Versäumnisse des Sicherheitsrats im Umgang mit der russischen Ukraine-Invasion sei die Tatsache, dass Russland in dem Gremium ein Veto-Recht hat, sagte Ardern am Donnerstag bei einer Rede in Sydney.Russland nutze seine Position im Sicherheitsrat aus, um eine “moralisch bankrotte Position im Gefolge eines moralisch bankrotten und illegalen Krieges” zu vertreten, sagte die neuseeländische Regierungschefin. Neuseeland werde sich für eine Reform des höchsten UN-Gremiums einsetzen um zu verhindern, dass dessen Werte und Relevanz sinken.Russland müsse für seine Invasion in der Ukraine zur Verantwortung gezogen werden, forderte Ardern. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag müsse die Mittel erhalten, um die in der Ukraine verübten Kriegsverbrechen zu untersuchen und zu verfolgen.

Mit Spenden finanziert: Litauen übergibt Drohne an Ukraine

5 Uhr: Die litauische Regierung will eine Bayraktar TB2-Kampfdrohne, die ursprünglich von litauischen Bürgern per Crowdfunding bezahlt wurde, bald in die Ukraine überführen, sagte der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas am Mittwoch. Die Litauer sammelten im Mai fast sechs Millionen Euro für die Drohne, größtenteils in kleinen Spenden, woraufhin ihr türkischer Hersteller Baykar beschloss, sie stattdessen zu spenden. Etwa 1,5 Millionen Euro wurden dann für die Bewaffnung ausgegeben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Ukrainischer Schriftsteller: Wir müssen vom Westen Waffen fordern

3.30 Uhr: Serhij Zhadan, ukrainischer Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, verurteilt die Forderung deutscher Prominenter nach Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland. Der größte Fehlschluss der Leute, die das verlangen, liege darin zu glauben, die Russen wollten verhandeln, schrieb der 47-Jährige in einem Beitrag für die Wochenzeitung “Die Zeit” (Ausgabe vom 7. Juli). “Wir können unseren Widerstand nicht aufgeben, weil wir sonst vernichtet werden. Wir müssen vom Westen Waffen fordern, weil wir sonst vernichtet werden”, so der Schriftsteller.

Scholz: Russland setzt Energie als politische Waffe ein

3.10 Uhr: Deutschland muss nach dem russischen Angriff auf die Ukraine die Energiewende noch beschleunigen. “Energiepolitik ist nicht nur eine Frage des Preises. Energiepolitik ist auch Sicherheitspolitik”, sagte Scholz am Mittwoch beim Bundesverband der Erneuerbaren Energien. “Deshalb müssen wir jetzt den Turbogang beim Ausbau der Erneuerbaren Energie einlegen”, fügte er hinzu.Jedes Windrad, jede Photovoltaik- und Biomasse-Anlage trage dazu bei, die Abhängigkeit von Ländern wie Russland zu reduzieren und die Energieversorgung bezahlbar zu halten. Russland setze Energie als politische Waffe ein.

Ukrainisches Militär: Haben Angreifer in Region Charkiw zurückgeschlagen

2.10 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs ist ein russischer Angriff in der Region Charkiw abgewehrt worden. Die russischen Einheiten seien nach Slowjansk und Bahmut zurückgedrängt worden, schreiben die Generäle auf Facebook. In Richtung Slowjansk versuchten nach ukrainischen Beobachtungen Moskauer Truppen, ihre taktische Position zu verbessern und Bedingungen für eine Offensive in Richtung zu schaffen. Es habe mehrere Raketen- und Artillerieangriffe gegeben, unter anderem in Rubischny nahe Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine. Bei Sumy soll es am Mittwoch außerdem Beschuss durch russische Truppen mit Mörsern gegeben haben, berichtete die dortige Militärverwaltung.Ein zerstörtes Haus in Charkiw (Archivbild): Die Region ist noch immer umkämpft. (Quelle: Vyacheslav Madiyevskyy/imago-images-bilder)

Regierung: Noch 12.000 Menschen in Lyssytschansk

1.45 Uhr: Die ukrainische Vize-Ministerpräsidenten Irina Wereschtschuk hat im ukrainischen Fernsehen von etwa 12.000 Menschen gesprochen, die noch in der Stadt Lyssytschansk verweilen. Sie seien trotz Aufforderung zur Evakuierung in der Stadt verblieben. Die Politikerin warf Russland vor, Bewohner der Stadt in Lager zu bringen. Dort würde untersucht, ob es sich um Militärangehörige handele oder Zivilisten. “Das Schicksal dieser Menschen ist schwierig”, sagte sie.

Selenskyj lobt westliche Artillerie-Waffen

0.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat westliche Waffenlieferungen für die ukrainische Armee als enorme Unterstützung im Krieg gegen Russland gelobt. So besitze etwa die Artillerie, die die Ukraine von ihren Partnern erhalten habe, große Treffgenauigkeit, sagte er am Mittwoch in einer Videobotschaft.Die ukrainische Armee zerstöre damit Depots und andere Ziele, die für die Logistik der Russen wichtig seien. “Und das reduziert das Offensivpotenzial der russischen Armee erheblich. Die Verluste der Besatzer werden mit jeder Woche zunehmen”, sagte Selenskyj.

Ukraine: “Russland hat Donezk zu gefährlichem Hotspot gemacht”

19.56 Uhr: Angesichts russischer Angriffe haben die Behörden in der ostukrainischen Region Donezk die Zivilbevölkerung zur Flucht aufgefordert. “Russland hat das gesamte Gebiet von Donezk zu einem gefährlichen Hotspot auch für Zivilisten gemacht”, teilte Gouverneur Pawlo Kyrylenko am Mittwoch per Nachrichtendienst Telegram mit. “Ich rufe alle zur Evakuierung auf! Evakuierung rettet Leben!”Der Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Slowjansk, Wadym Ljach, kündigte Busse und Züge zum Transport von Zivilisten in den Westen des Landes an. “Kein Risiko eingehen! Packt zusammen!”, teilte Ljach mit. Insgesamt seien seit Beginn der Kämpfe in Slowjansk 17 Menschen getötet und 67 verletzt worden. “Gestern gab es durch Angriffe zwei Tote und sieben Verwundete”, erklärte Ljach.In der Ostukraine hat sich nach dem weitgehenden Rückzug des ukrainischen Militärs aus dem Gebiet Luhansk der Schwerpunkt der Kämpfe ins benachbarte Gebiet Donezk verlagert. Im Visier der russischen Armee sind demnach besonders die Städte Kramatorsk und Slowjansk.Ein Sanitäter hilft einem Mann, der durch russischen Beschuss verwundet wurde. (Quelle: Efrem Lukatsky/AP/dpa-bilder)

Patriotische Jugendbewegung in Russland gegründet – Putin leitet Aufsichtsrat

19.01 Uhr: Die Staatsduma in Russland hat ein Gesetz zur Gründung einer patriotischen Jugendbewegung beschlossen. Die Abgeordneten des russischen Unterhauses in Moskau votierten in dritter und letzter Lesung für das Gesetz. Präsident Wladimir Putin soll die Leitung des Aufsichtsrats der Organisation angetragen werden. Die Organisation, die an die Jugend-Organisationen der Sowjetunion erinnert, soll Kinder ab sechs Jahren aufnehmen und vom Staat finanziert werden. Ihre Aufgabe soll es sein, Kinder und Jugendliche auf das Leben in der russischen Gesellschaft vorzubereiten.Sie soll sich dabei auf die “Vision der Welt auf der Grundlage der spirituellen und moralischen traditionellen russischen Werte” stützen. Ferner soll sie den Kindern und Jugendlichen “die Liebe und den Respekt für das Vaterland beibringen”. Die Teilnahme an der Bewegung soll freiwillig sein.

Baerbock: Russland bei G20-Treffen “nicht die Bühne überlassen”

18.15 Uhr: Beim Treffen der G20-Außenminister auf der indonesischen Insel Bali darf Russland nach Worten von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) “nicht einfach die Bühne” überlassen werden. Trotz der großen Distanz zwischen Indonesien und Europa werde es bei dem zweitägigen Treffen vor allem darum gehen, “wie wir mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und seinen gravierenden Folgen für die ganze Welt umgehen”, erklärte Baerbock am Mittwoch vor Beginn einer sechstägigen Asienreise, die sie nach Indonesien, Palau und Japan führt.Vor dem Hintergrund des “brutalen russischen Angriffs gegen die Ukraine” werde das Treffen in Indonesien “kein G20-Gipfel wie jeder andere sein”, sagte ein Sprecher des Bundesaußenministeriums in Berlin. Mit Blick auf eine mögliche Teilnahme des russischen Außenministers Sergej Lawrow werde es “natürlich kein business as usual geben”. Dies sei auch den Ausrichtern in Indonesien “sehr bewusst”.Baerbock betonte, die Abstimmung und Beratung mit internationalen Partnern sei vor dem Hintergrund des Krieges wichtiger denn je. Es sei “ganz entscheidend”, dass wir (…) uns damit auseinandersetzen, welche Punkte für Entscheidungen und Handeln unserer Partner in anderen Teilen der Welt entscheidend sind”. Dafür biete das G20-Treffen eine sehr gute Gelegenheit, da alle ein Interesse daran hätten, “dass internationales Recht geachtet und respektiert wird”. Dies sei der gemeinsame Nenner.Annalena Baerbock: Die Außenministerin ist in Asien unterwegs. (Quelle: Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa-bilder)

Habeck droht Russland mit weiteren Sanktionen

18.20 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat sich für weitere Wirtschaftssanktionen gegen Russland ausgesprochen. “Ich will kein Hehl daraus machen, dass in meinem Ministerium noch Gedanken sind für weitere Sanktionen”, sagte der Grünen-Politiker am Mittwochabend in München. “Wir sind noch lange nicht am Ende.” Die Sanktionen seien bereits höchst wirksam und träfen Russland hart.

Ukrainische Militärführung knickt ein und hebt Meldevorschrift auf

17.02 Uhr: Nach nur einem Tag hat das ukrainische Militär eine Reisebeschränkung im Inland für Wehrpflichtige wieder aufgehoben. Das teilte der Oberkommandierende Walerij Saluschnyj am Mittwoch im Nachrichtendienst Telegram nach massiver Kritik mit. Am Vortag hatte die Anordnung für Wehrpflichtige, sich für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis beim Kreiswehrersatzamt einzuholen, eine landesweite Empörungswelle ausgelöst. Sogar Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich in der Frage vom Militär distanziert und eine Rücknahme der Anordnung gefordert.Die Ukraine hatte nach dem Beginn des russischen Einmarsches Ende Februar das Kriegsrecht verhängt und eine Mobilmachung beschlossen. Wehrpflichtige Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das Land nicht mehr verlassen. Dass für sie nun innerhalb des vom Krieg erschütterten Landes Reisen eingeschränkt werden sollten, hatte Kritik ausgelöst. Kritiker hatten dadurch etwa auch weitere wirtschaftliche Probleme befürchtet.

Tschetschenenführer droht mit Durchmarsch bis Berlin

16.53 Uhr: Im russischen Fernsehen prahlen Anführer der gefürchteten Kadyrowiten mit ihren Eroberungen in der Ukraine. Als Nächstes sei der Rest Europas dran. Hier lesen Sie mehr.

Brigade startet schweren Angriff auf russische Panzerformation

16.01 Uhr: In einem Trümmerfeld haben sich russische Truppen verschanzt. Eine ukrainische Aufklärungsdrohne erspäht den Feind – dann kommt es zu folgenschweren Einschlägen. Sehen Sie hier das Video. (Quelle: t-online – Social)

Medwedew: Bestrafung von Nuklearmacht ist töricht

15.22 Uhr: Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew warnt die USA, es sei töricht, sich mit einer Nuklearmacht anzulegen. “Die Idee, ein Land mit einem der größten Nuklearpotentiale zu bestrafen, ist absurd”, schreibt der Vize-Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Er fügt hinzu: “Das stellt potenziell eine Gefahr für die Existenz der Menschheit dar.”

Politologe Johannes Varwick: “Russland ist unser Feind”

15.06 Uhr: Der ukrainische Botschafter nannte ihn ein “echtes Arschloch”, seine Positionen zu Russland sind streitbar: Johannes Varwick fordert, Deutschland dürfe sich nicht zur “Marionette” Kiews machen. Lesen Sie hier das Interview.

Ukraine meldet ein Todesopfer bei Angriff auf Universität in Charkiw

14.00 Uhr: Bei russischen Luftangriffen auf ein Hochschulgebäude in Charkiw ist nach ukrainischen Angaben eine Person getötet worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft der ostukrainischen Stadt auf ihrem Telegram-Kanal mit. Bei dem Opfer handelt es sich demnach um einen 40-jährigen Wachmann, der sich in der Nacht zum Mittwoch in der Universität aufhielt. Der Beschuss der Innenstadt Charkiws soll laut der ukrainischen Nachrichtenagentur “Ukrinform” aus der russischen Stadt Belgorod erfolgt sein. Die Angaben können nicht unabhängig bestätigt werden.Das Bild, bereitgestellt von ukrainischen Behörden, soll ein zerstörtes Hochschulgebäude in Charkiw zeigen. (Quelle: Staatsanwaltschaft der Region Charkiw/Telegram)

Russland meldet Zerstörung von US-Raketenwerfern

13.12 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben zwei US-Raketenwerfer vom Typ Himars zerstört. “Nahe der Ortschaft Malotaranowi in der Donezker Volksrepublik wurden zwei Startrampen des Mehrfachraketenwerfers Himars aus den USA sowie zwei dazugehörige Munitionslager durch luftgestützte Hochpräzisionsraketen vernichtet”, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch. Unabhängig ließen sich die Angaben nicht überprüfen, die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass die Ukraine die Berichte als falsch zurückweise. Medienberichten zufolge hat die Ukraine bisher vier Himars-Systeme bekommen.Das Bild, bereitgestellt vom ukrainischen Militär, soll das Abfeuern der HIMARS-Raketenwerfer in der ukrainischen Region Saporischschja zeigen. (Quelle: Armed Forces of Ukraine/Cover-Images/imago-images-bilder)Darüber hinaus berichtete Konaschenkow über die Zerstörung eines großen Artilleriemunitionslagers nahe der frontnahen Stadt Soledar. Dabei seien 1.500 Artilleriegeschosse verschiedenen Kalibers und mehr als 100 Panzerabwehrraketen “ausländischer Produktion” in die Luft gegangen, sagte er.

Von der Leyen mahnt solidarische Vorbereitungen für Gas-Lieferstopp an

11.00 Uhr: Die EU muss sich nach Einschätzung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den Fall eines vollständigen Ausfalls von Gaslieferungen aus Russland wappnen. “Wir müssen uns auf weitere Unterbrechungen der Gasversorgung aus Russland vorbereiten, sogar auf eine vollständige Beendigung”, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin am Mittwoch im Europaparlament. Es sei klar, dass Russlands Präsident Wladimir Putin Energie als Waffe nutze. Bereits heute seien zwölf Mitgliedstaaten direkt von einem partiellen oder vollständigen Ausfall der Gasversorgung aus Russland betroffen.Als Reaktion auf die Entwicklungen wird die EU-Kommission nach Angaben von der Leyens Mitte dieses Monats einen europäischen Notfallplan vorlegen. “Die Mitgliedstaaten verfügen bereits über nationale Notfallpläne. Das ist gut, aber wir brauchen europäische Koordinierung und gemeinsames Handeln”, sagte sie. So müsse sichergestellt werden, dass im Falle einer vollständigen Lieferunterbrechung aus Russland noch vorhandene Gasströme dorthin fließen, wo sie am dringendsten benötigt würden. “Wir müssen für europäische Solidarität sorgen”, erklärte von der Leyen.Kommissionschefin von der Leyen warnt die EU: Russland setze Gas längst als Waffe ein. (Quelle: Jean-Francois Badias/dpa-bilder)Die Bemühungen, neue zuverlässige Gaslieferanten zu finden, kommen nach Angaben von der Leyens voran. Seit März seien die nicht aus Russland kommenden Flüssigerdgas-Exporte nach Europa gegenüber 2021 um 75 Prozent gestiegen. Die Exporte von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA nach Europa hätten sich dabei fast verdreifacht. Gleichzeitig sei der durchschnittliche monatliche Import von russischem Pipelinegas gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent gesunken. “Wir machen also Fortschritte”, sagte von der Leyen.

Lawrow will bei G20-Treffen auch bilaterale Gespräche führen

10.37 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow will sich am Rande eines Ministertreffens der G20-Staaten auf der indonesischen Insel Bali mit mehreren anderen Außenministern zu bilateralen Begegnungen zusammensetzen. “Was die (bilateralen) Treffen angeht, so gab es bestimmte Anfragen. Es wird eine Reihe von Treffen geben”, sagte Lawrow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge am Mittwoch bei einem Besuch in Vietnam. Um welche Staaten es sich dabei handelt, sagte er nicht.Das Ministertreffen der G20-Runde aus wichtigen Industrie- und Schwellenländern beginnt an diesem Donnerstag. Aus Deutschland kommt Außenministerin Annalena Baerbock. US-Außenminister Antony Blinken hat ein Treffen mit Lawrow bereits als unzeitgemäß abgelehnt. Zahlreiche Politiker im Westen kritisieren Lawrows Teilnahme an dem G20-Treffen wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.

Gouverneur ruft Bürger von Slowjansk zur Evakuierung auf

08.50 Uhr: Angesichts der massiven russischen Angriffe auf die strategisch wichtige Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine hat die Regionalregierung die Einwohner zur Flucht aufgerufen. “Mein wichtigster Ratschlag ist die Evakuierung”, sagte der Gouverneur von Donezk, Pawlo Kyrylenko, am Dienstagabend vor Journalisten. Medienberichten zufolge sind bis zu 350.000 Menschen in der Region von dem Aufruf betroffen. Dem Gouverneur zufolge dient die Evakuierung auch der Verteidigung der Region gegen russische Angriffe: “Wenn weniger Leute da sind, können wir uns besser auf unseren Feind konzentrieren und unsere Hauptaufgaben erfüllen”, sagte Kyrylenko.Slowjansk, Ukraine: Immer mehr Menschen verlassen aufgrund der schweren Angriffe ihr Zuhause. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)”In dieser Woche gab es keinen Tag ohne Beschuss.” Die Stadt befinde sich nun in Reichweite russischer Mehrfachraketenwerfer. “Der Feind beschießt die Stadt chaotisch, die Angriffe zielen darauf ab, die lokale Bevölkerung zu vernichten”, fügte der Gouverneur hinzu. Laut Kyrylenko sind bei russischen Angriffen am Dienstag fünf Zivilisten in der Region Donezk getötet und 21 weitere verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.Slowjansks Bürgermeister Wadym Liach hatte am Dienstag einen “massiven” Beschuss der Stadt durch die russische Armee gemeldet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kiew meldet hohe Verluste für russische Truppen im Donbass

7.43 Uhr: Die ukrainischen Truppen haben nach eigenen Angaben einen Angriff des russischen Militärs im Gebiet Donbass im Osten der Ukraine zurückgeschlagen. “Die ukrainischen Kämpfer haben dem Feind bei einem versuchten Angriff im Umkreis der Ortschaften Werchnjokamkanka, Bilohoriwka und Hryhoriwka erhebliche Verluste zugefügt. Die Okkupanten haben sich zurückgezogen”, teilte der Generalstab in Kiew am Mittwoch mit. Die Ortschaften liegen 10 bis 15 Kilometer westlich der einstigen Großstadt Lyssytschansk, die Russlands Truppen am Wochenende erobert haben.Auch südlich davon im Raum Bachmut sei es gelungen, den russischen Vormarsch zu stoppen und bei den Angreifern für “Ausfälle” zu sorgen, hieß es in dem Bericht. Unabhängig sind die Angaben nicht zu überprüfen.Entlang der Linie der drei Kleinstädte Siwersk, Soledar und Bachmut hat die ukrainische Armee nach dem Fall des Ballungsraums Sjewjerodonezk-Lyssytschansk einen neuen Verteidigungswall aufgebaut. Dieser soll von Osten her die russische Offensive auf das Industriegebiet Slowjansk-Kramatorsk, dem Hauptquartier des ukrainischen Militärs im Donbass, stoppen. Derzeit laufen die Kämpfe um die vorderen Verteidigungslinien.

Die Nacht im Überblick

Russische Truppen rücken offenbar weiter nach Süden vor. Präsident Selenskyj mischt sich in den Streit um Wehrpflichtige ein. Die Ukraine will der OECD beitreten. Lesen Sie hier mehr.

Kommando Süd: Mehrere russische Raketen abgeschossen

5.30 Uhr: Das Militärkommando Süd der ukrainischen Streitkräfte hat nach eigenen Angaben mehrere Raketenangriffe abgewehrt. So seien sechs von sieben Raketen, die von russischen Schiffen abgeschossen worden seien, abgefangen worden. Am Dienstagabend seien noch weitere drei Raketen im Westen der Ukraine zerstört worden. Ukrainische Bomber hätten zwei Munitionsdepots getroffen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Schwere Kämpfe an Grenzgebiet von Luhansk

4.33 Uhr: Am Gebietsrand der Region Luhansk kommt es nach Angaben des Gouverneurs Serhij Hajdaj zu schweren Kämpfen. “Sowohl in der Region Luhansk als auch in der Region Donezk gibt es immer noch viel Granatenbeschuss. Sie beschießen alles, was sich ihnen in den Weg stellt”, sagt Hajdaj in Bezug auf die russischen Streitkräfte. “Sie erleiden ziemlich schwere Verluste”. Russische Armee- und Reservekräfte seien dorthin geschickt worden, um den Fluss Siwerskyj Donez zu überqueren.

Gouverneur: Russische Truppen dringen in Region Donezk ein

3 Uhr: Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Bezug auf Aussagen des Gouverneurs der Region Luhansk, dass russische Truppen in schwere Kämpfe verwickelt seien und nach Süden ziehen. Der Regionalgouverneur Serhij Gaidai habe im ukrainischen Fernsehen davon berichtet, dass russische Einheiten weiter in die Region Donezk eindringen würden. Sie hatten zuvor die Kontrolle über wichtige Städte in Luhansk übernommen. Die Truppen würden eine große Menge an Ausrüstung verlegen, sagte Gaidai.Serhij Gaidai sagte, die russischen Truppen hätten bei der Eroberung der Zwillingsstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk schwere Verluste erlitten, konzentrierten ihre Bemühungen jedoch auf den Vormarsch nach Süden. Russische Armee- und Reservekräfte seien dorthin geschickt worden, um den Fluss Siwerskyj Donez zu überqueren. “Einige Bataillone wurden dorthin verlegt, um die Anzahl von Verwundeten zu ersetzen … Sie nehmen nicht alle Verwundeten mit. Die Krankenhäuser sind überfüllt, ebenso die Leichenhallen.” Die Meldungen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.Russische Truppen sind in Luhansk unterwegs (Archivbild): Nach Angaben des Regionalgouverneurs verlegen sie Material Richtung Süden. (Quelle: Stanislav Krasilnikov/imago-images-bilder)

Lettland führt wieder Wehrpflicht ein

2.05 Uhr: Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt Lettland wieder die Wehrpflicht ein. “Das derzeitige militärische System Lettlands hat seine Grenze erreicht”, sagte der lettische Verteidigungsminister Artis Pabriks am Dienstag. “Derweil haben wir keinen Grund anzunehmen, dass Russland sein Verhalten ändern wird.”Der Wehrdienst soll nach Angaben des Ministers im kommenden Jahr eingeführt werden und für Männer gelten. Pabriks verkündete zudem Pläne für den Bau eines neuen Militärstützpunktes im Land. Lesen Sie hier mehr dazu.

Reeder haben Zweifel an Habecks Flüssiggasplänen

1.15 Uhr: Energieexperten halten die Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) für den raschen Import von Flüssiggas (LNG) als Ersatz für russisches Erdgas für kaum realisierbar. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Reeder beklagt vor allem einen Mangel an Transportschiffen.Zu “Bild” sagt Kröger: “In der deutschen Handelsflotte gibt es keine Gastanker, die LNG über Langstrecken transportieren können. Weltweit stehen insgesamt knapp 500 LNG-Tanker zur Verfügung, allerdings ist die Nachfrage aus anderen Regionen der Welt hoch.” Der Energieökonom Andreas Fischer vom IW sagt: “Die Flüssiggasmengen müssen auf dem Weltmarkt verfügbar sein und es braucht entsprechende Tanker, die größtenteils bereits über Langfristverträge gebunden sind.” Zudem sei “nur eines der drei geplanten Terminals bisher genehmigt”.

USA wollen Druck auf Russland zur Öffnung der Seewege erhöhen

0.30 Uhr: Beim Treffen der G20-Außenminister auf Bali in dieser Woche werden die USA Regierungsangaben zufolge auf eine Öffnung der Seewege durch Russland für Getreidelieferungen aus der Ukraine dringen. “Die G20-Länder sollten Russland zur Rechenschaft ziehen und darauf bestehen, dass es die laufenden Bemühungen der Vereinten Nationen unterstützt, die Seewege für Getreidelieferungen wieder zu öffnen”, sagt Ramin Toloui, stellvertretender Staatssekretär für Wirtschafts- und Unternehmensangelegenheiten mit Blick auf eine Initiative, die versucht, ukrainische und russische Lebensmittel und Düngemittel auf die Weltmärkte zu bringen.Ein Schiff liegt imHafen von Mariupol (Archivbild): Die USA drängen auf eine Lösung der Schiffsblockade im Schwarzen Meer. (Quelle: Pavel Lisitsyn/imago-images-bilder)

Ukrainische Medien berichten Angriffe auf Charkiw

23.50 Uhr: Die ukrainische Nachrichtenseite Ukrinform meldet unter Berufung auf Journalisten, dass es in Charkiw am späten Abend mehrere Raketenangriffe gegeben haben soll. Es habe fünf Explosionen gegeben, eine davon etwas außerhalb der Stadt. Anwohner hätten Feuer gemeldet. Angeblich seien die Raketen aus Richtung der russischen Stadt Belgorod abgefeuert worden. Die Angaben können nicht unabhängig bestätigt werden.

Bericht: Donezk-Gouverneur will 350.000 Menschen evakuieren

23.30 Uhr: Ukrainische Medien berichten, dass der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, etwa 350.000 Bewohner evakuieren will. Er wolle damit Menschenleben retten, außerdem könnten ukrainische Truppen dann bei der Verteidigung besser agieren, wird Kyrylenko zitiert.

Ukraine bittet um weitere Raketenabwehrsysteme

23.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell nach weiteren Waffenlieferungen aus dem Westen bekräftigt. Kiew werde seine Aktivitäten nicht reduzieren, um moderne und ausreichende Raketenabwehrsysteme für die Ukraine zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Die russische Armee habe aktuell erneut Stellungen im Land angegriffen. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden.Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine maximale Aufgabe für den Staat, sagte Selenskyj. “Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.”Zuletzt habe es in Kiew und anderen Regionen einige Zeit lang keinen Luftalarm gegeben, sagte der Präsident. “Man sollte in den Handlungen von Terroristen nicht nach Logik suchen. Die russische Armee macht keine Pausen”, meinte er. Sie habe nur eine Aufgabe: “Menschen das Leben zu nehmen, Menschen einzuschüchtern – damit sich auch wenige Tage ohne Luftalarm bereits wie ein Teil des Terrors anfühlen.”

Selenskyj kritisiert Armeeführung: “Entscheidungen nicht ohne mich”

21.34 Uhr: Nach heftiger Kritik an Meldeauflagen für Wehrpflichtige in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Militärführung kritisiert. Auf der nächsten Sitzung des Generalstabs sollen ihm Verteidigungsminister, Generalstabschef und Armeeoberbefehlshaber detailliert Bericht erstatten, forderte er in einer Videobotschaft. “Ich verspreche dem Volk, die Sache zu klären, und bitte weiter den Generalstab, derartige Entscheidungen nicht ohne mich zu treffen.” Es gebe “Unverständnis” und “Entrüstung” in der Gesellschaft.Zuvor hatten Armeeoberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der Generalstab mitgeteilt, dass wehrpflichtige Ukrainer für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis benötigen. Nach Kritik in sozialen Netzwerken wurde nachgeschoben, dass dies nur für das Verlassen des Regierungsbezirks notwendig sei. Grundlage sei eine Gesetzesnorm von 1992.Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident hat die Armeeführung nach einer umstrittenen Anordnung kritisiert. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Selenskyj rechnet nicht mit Kriegsbeteiligung von Belarus

18.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht nicht von einem Eingreifen des Nachbarlandes Belarus in den Krieg mit Russland aus. “Wir glauben, dass Belarus sich nicht in diesen Krieg hineinziehen lassen wird. Aber es gibt Provokationen, und sie werden weitergehen”, sagte Selenskyj in einer Video-Ansprache auf einer Veranstaltung der Gruppe The Economist in Athen.Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte der Ukraine am Sonntag Raketenangriffe auf sein Land vorgeworfen. Die Geschosse seien jedoch abgefangen worden, sagte er. Die Ukraine gibt ihrerseits an, von Belarus aus seien wiederholt Raketen auf ukrainisches Gebiet abgeschossen worden.

Johnson zu Selenskyj: Ukraine kann Gebiete zurückerobern

15.14 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach Angaben seines Büros mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Johnson habe Selenskyj dabei gesagt, die ukrainischen Streitkräfte könnten kürzlich von russischen Truppen erobertes Territorium zurückgewinnen, teilt eine Sprecherin mit. Das ukrainische Militär hatte sich kürzlich aus Lyssytschansk zurückgezogen, der letzten Stadt in der ostukrainischen Donbass-Region Luhansk, die noch nicht unter vollständiger russischer Kontrolle war.Johnsons Sprecherin erklärt weiter, der Premierminister habe Selenskyj über die jüngsten Militärlieferungen aus Großbritannien informiert. So sollten in den kommenden Tagen und Wochen unter anderem bestimmte Artillerie-Systeme sowie Lenkwaffen in der Ukraine eintreffen.Großbritanniens Premierminister Boris Johnson: Er telefonierte mit Selenskyj. (Quelle: Ian Vogler/Reuters-bilder)

Slowjansk offenbar unter russischen Beschuss – Polizei meldet Tote

14.51 Uhr: Ist die ostukrainische Stadt Slowjansk das nächste Hauptziel der russischen Truppen? Sie werde “massiv” bombardiert, so der Bürgermeister. Laut Polizei soll es Tote geben, nachdem Raketen einen Markt trafen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Diesen sieben Prinzipien soll der Wiederaufbau der Ukraine folgen

14.41 Uhr: Die Ukraine hat sich bei einer Konferenz im schweizerischen Lugano mit Unterstützerstaaten auf ein Wiederaufbauprogramm geeinigt. Dabei steht die Korruption im Fokus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Deutschland will Ukraine-Konferenz ausrichten

14.15 Uhr: Wie der Ukraine beim Wiederaufbau helfen? Nach der Konferenz von Lugano plant Deutschland, ein Treffen zu dieser Frage auszurichten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wehrpflichtige Ukrainer dürfen Wohnort nicht mehr verlassen

13.45 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Männern im wehrpflichtigen Alter das Verlassen ihres Wohnorts untersagt. Der Generalstab der Armee bat auf Facebook, mit Verständnis auf diese Anordnung zu reagieren. Grundlage ist das Wehrpflichtgesetz von 1992. Für das Verlassen des gemeldeten Wohnorts benötigen Männer zwischen 18 und 60 nun eine Erlaubnis des zugehörigen Kreiswehrersatzamts. Kontrollen finden derzeit vor allem an den Grenzen zwischen den Regierungsbezirken und an Kontrollpunkten an Stadtgrenzen statt.Unter dem Beitrag schrieben innerhalb kurzer Zeit Hunderte entrüstete Ukrainer Kommentare. Dem Ministerium wurde “Idiotie” vorgeworfen. Die Anordnung werde die Korruption bei den Kreiswehrersatzämtern fördern, hieß es etwa. Befürchtet wurde noch mehr wirtschaftliches Chaos, weil Fahrer für Züge, Busse und Lastwagen ausfallen könnten.Ukrainischer Soldat in Kiew: Einige Wehrpflichtige sind zu Beginn des Krieges an sicherere Orte in der Ukraine geflohen. (Quelle: Orlando Barra/imago-images-bilder)Viele Ukrainer leben nicht an ihrem Meldeort. Mit dem Beginn des russischen Einmarschs am 24. Februar flohen Zehntausende Wehrpflichtige in sicherere Gebiete im Westen des Landes. Das Verlassen der Ukraine wurde ihnen bereits mit Verhängung des Kriegsrechts vor rund viereinhalb Monaten untersagt. Der Grenzschutz greift dennoch regelmäßig Männer bei dem Versuch auf, illegal die Grenze in Richtung Republik Moldau oder benachbarter EU-Staaten zu überqueren.

Separatisten verlegen wohl Kampfeinheiten

13.18 Uhr: Die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine verlegen Kampfeinheiten in Richtung der Region Donezk. Dies folge auf die “Befreiung” von Luhansk, zitiert die russische Agentur Tass den Anführer der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin. Am Sonntag hat Russland die vollständige Einnahme der ukrainischen Region Luhansk vermeldet. Die russischen Truppen, an deren Seite die Einheiten der Separatisten kämpfen, konzentrieren sich nun auf die Nachbarregion Donezk, die zusammen mit Luhansk den Donbass im Osten der Ukraine bildet. Die Separatisten in Luhansk und Donezk haben sich von der Ukraine losgesagt und Volksrepubliken ausgerufen, die zwar von Russland anerkannt werden, nicht aber von der Staatengemeinschaft.

Russland wirft Ukraine Folter vor

12.44 Uhr: Nach einem Gefangenenaustausch mit der Ukraine hat Russland der Gegenseite Folter von Kriegsgefangenen vorgeworfen. Es seien deshalb Ermittlungen eingeleitet worden, teilte das staatliche Ermittlungskomitee am Dienstag in Moskau mit. Es würden “Fakten unmenschlicher Behandlung” russischer Soldaten geprüft, die in der Ukraine gefangen genommen wurden. Moskau und Kiew hatten in der vergangenen Woche je 144 Kriegsgefangene ausgetauscht.Russische Soldaten berichteten den Angaben zufolge anschließend von “erlittener Gewalt”. So habe ein Soldat berichtet, dass ihn ukrainische Ärzte ohne Betäubung behandelt sowie “geschlagen und mit Strom gefoltert” hätten. Zudem sei er tagelang ohne Wasser und Nahrung gewesen, sagte der Soldat den russischen Angaben zufolge.

Finnland beschlagnahmt fast 900 Güterwaggons aus Russland

12.17 Uhr: Finnland hat infolge der Sanktionen der Europäischen Union fast 900 Güterwaggons russischer Unternehmen beschlagnahmt. Dies geht aus einem Schreiben der staatlichen finnischen Bahngesellschaft VR und einem Brief der russischen Staatsbahn hervor, die Reuters vorliegen. In dem auf den 6. Juni datierten Schreiben an das russische Verkehrsministerium ist von 865 beschlagnahmten Waggons die Rede. Der finnische Bahnkonzern VR bestätigte, dass Waggons beschlagnahmt wurden. Die russischen Behörden wollten sich nicht dazu äußern. Die beschlagnahmten Waggons gehören Unternehmen, die entweder direkt oder als Anteilseigner von den EU-Sanktionen betroffen sind.

Schoigu: Kein Einsatz russischer Wehrpflichtiger in Ukraine

11.56 Uhr: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministers Sergei Schoigu werden keine Wehrpflichtigen in die Ukraine geschickt, um an dem von Russland so bezeichneten militärischen Sondereinsatz teilzunehmen. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass.Obwohl Präsident Wladimir Putin kurz nach Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine erklärt hatte, dass dort keine Wehrpflichtigen zum Einsatz kämen, hatte das Verteidigungsministerium im März eingeräumt, es seien Hunderte von ihnen in der Kriegszone eingesetzt worden. Russland rekrutiert jedes Jahr rund 400.000 junge Männer zu einem einjährigen Militärdienst. Ihre Behandlung ist ein heikles innenpolitisches Thema.

Ex-Geheimdienstler zu Regierungschef von russisch besetzter Region Cherson ernannt

10.41 Uhr: Ein früherer russischer Geheimdienstagent ist zum Regierungschef der von Russland besetzten Region Cherson in der Südukraine ernannt worden. Sergej Elisejew trete sein Amt am Dienstag an, teilte der prorussische Regional-Verwaltungschef Wladimir Saldo am Montagabend im Onlinedienst Telegram mit.Elisejew war bislang erster stellvertretender Regierungschef der russischen Exklave Kaliningrad. Der 51-Jährige ist Absolvent der Akademie des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und war laut der Website der Region Kaliningrad in verschiedenen Funktionen für den Dienst tätig.Die russische Armee hatte das an die annektierte Krim-Halbinsel grenzende Gebiet um die Stadt Cherson bereits kurz nach Beginn ihres Militäreinsatzes in der Ukraine Ende Februar eingenommen. Seitdem wird die Region immer näher an Russland herangeführt. Es wurden russische Pässe ausgegeben und der russische Rubel wurde als Zahlungsmittel eingeführt. Ende Juni wurde zudem eine erste russische Bank eröffnet.Nach der Einnahme der Region hatte der Kreml erklärt, die Bewohner sollten selbst über ihre Zukunft entscheiden. Die eingesetzten Lokalbehörden wollen ein Referendum über den offiziellen Anschluss an Russland abhalten. Zugleich gab es eine ganze Reihe von Anschlägen auf die neuen Behördenvertreter.

Nato unterzeichnet Beitrittsprotokolle für Finnland und Schweden

10.13 Uhr: Wichtiger Schritt für den Nato-Beitritt der beiden nordischen Länder: In Brüssel sind die notwendigen Protokolle unterschrieben worden. Hier lesen Sie mehr dazu. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit den unterschriebenen Beitrittsprotokollen: Bis Finnland und Schweden tatsächlich aufgenommen werden, könnte es noch sechs bis acht Monate dauern. (Quelle: Wiktor Nummelin/imago-images-bilder)

Brandenburg fordert Bundeshilfen für Raffinerie in Schwedt

9.54 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fordert Hilfen des Bundes, sollte die Öl-Raffinerie in Schwedt in Zukunft nicht mehr voll ausgelastet sein. “Also eine Raffinerie, die mit 60 oder 70 Prozent läuft, wird nicht wirtschaftlich arbeiten können. Hier braucht es Antworten des Bundes und die sind ja auch schon zugesagt worden”, sagt der SPD-Politiker bei “Radio Eins”. Arbeitslosigkeit müsse verhindert werden. Mittel- und langfristig gebe es Perspektiven für die Weiterentwicklung des Standorts. “Es gibt Unternehmen, die in der Region sind, es gibt Unternehmen, die heute schon nachhaltig produzieren, indem sie alternative Rohstoffe verarbeiten.” Die Raffinerie wird derzeit noch mit russischem Öl versorgt und gehört mehrheitlich dem russischen Konzern Rosneft.

Gouverneur: Slowjansk und Kramatorsk unter Beschuss

8.58 Uhr: In der Region Donezk sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs Pawlo Kyrylenko in der Nacht die Städte Slowjansk und Kramatorsk beschossen worden. “Sie sind jetzt auch die Hauptangriffslinie des Feindes”, sagt er. “In der Region Donezk gibt es keinen sicheren Ort ohne Beschuss.”In Mykolajiw im Süden der Ukraine sind am Morgen russische Raketen eingeschlagen. Das berichtet der Bürgermeister Olexandr Senkewytsch. Mykolajiw liegt an der Hauptstraße zwischen Cherson und Odessa.

Präsidentenberater: Einnahme von Lyssytschansk letzter Sieg Russlands

8.01 Uhr: Nach der Einnahme von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk werden die russischen Truppen nach den Worten des führenden Beraters des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keinen Erfolg mehr verbuchen. “Das ist der letzte Sieg für Russland auf ukrainischem Territorium”, sagt Olexij Arestowytsch in einer im Internet verbreiteten Video-Botschaft . “Das waren Städte mittlerer Größe. Und es hat vom 4. April bis zum 4. Juli gedauert – das sind 90 Tage. So viele Verluste …”

Selenskyj: Wiederaufbau der Ukraine vor Kriegsende beginnen

2.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dazu aufgerufen, mit dem Wiederaufbau des Landes nicht bis zu einem Ende des russischen Angriffskrieges zu warten. Vieles müsse unverzüglich getan werden, betonte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Montagabend. So seien in den Gebieten, aus denen russische Truppen wieder vertrieben worden seien, zehntausende Häuser zerstört. Auch müsse man sich schon jetzt auf den Winter vorbereiten, unter anderem mit Blick auf die Energieversorgung. Hier lesen Sie die Geschehnisse der Nacht im Überblick.

Lawrow reist vor G20-Treffen nach Vietnam

5.14 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird vor dem G20-Treffen nach Angaben der vietnamesischen Regierung nach Hanoi reisen. Der zweitägige Besuch erfolge auf Einladung des vietnamesischen Außenministers Bui Thanh Son anlässlich des zehnjährigen Bestehens der “umfassenden strategischen Partnerschaft” der beiden Länder, teilt die Regierung mit. Der Handel zwischen Vietnam und Russland sei im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar gestiegen, heißt es in der Erklärung. Beide Länder pflegen enge Beziehungen, die bis in die Sowjetzeit zurückreichen. Vietnam hat den Einmarsch Russlands in der Ukraine bislang nicht verurteilt und gegen einen Ausschluss Russlands wegen des Krieges aus dem UN-Menschenrechtsrat gestimmt.

Selenskyj: Ukraine spricht mit Türkei und UN über Getreideexporte

23.11 Uhr: Die Ukraine führt nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit der Türkei und den Vereinten Nationen (UN), um sich Garantien für den Export von Getreide aus ukrainischen Häfen zu sichern. Es sei wichtig, dass die Sicherheit der Schiffe, die das Getreide transportieren sollten, garantiert werde, sagt Selenskyj bei einer Pressekonferenz.Die Ukraine hat Russland wiederholt vorgeworfen, Getreide aus den eroberten Gebieten zu vermarkten. Die Regierung in Moskau weist diese Vorwürfe zurück. Die Ukraine zählt zu den weltgrößten Getreideexporteuren. Die Türkei hat am Wochenende nach Angaben der Ukraine auf deren Betreiben ein unter russischer Flagge fahrendes Schiff mit ukrainischem Getreide festgesetzt.Wolodymyr Selenskyj (Archivbild): Der ukrainische Präsident fordert vom Westen mehr Unterstützung. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Konflikt mit Bulgarien – Moskau droht EU-Ländern mit Konsequenzen

22 Uhr: Russland hat nach der Zuspitzung des diplomatischen Konflikts mit Bulgarien auch anderen EU-Ländern mit Konsequenzen gedroht. Die EU müsse sich im Klaren darüber sein, dass die “unüberlegte Unterstützung antirussischer Maßnahmen durch einzelne Mitgliedstaaten die Verantwortung für deren Folgen auf die gesamte EU überträgt, auch im Hinblick auf Vergeltungsmaßnahmen unsererseits”, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Montag. Hier lesen Sie mehr.Maria Sacharowa (Archivbild): Die Sprecherin des russischen Außenministerium hat Drohungen gegen die EU augesprochen. (Quelle: Russian Foreign Ministry Press Office/TASS/imago-images-bilder)

Ukrainisches Militär: Kämpfe verlagern sich Richtung Donezk

20 Uhr: In der Ostukraine hat sich nach dem ukrainischen Rückzug aus der Stadt Lyssytschansk (Region Luhansk) der Schwerpunkt der Kämpfe ins benachbarte Donezk verschoben. An der Grenze der beiden Regionen seien bei Bilohoriwka und Werchnjokamjanske erfolgreich russische Angriffe abgewehrt worden, teilte der ukrainische Generalstab bei Facebook mit. Umkämpft sei ebenso das Wärmekraftwerk Wuhlehirsk westlich des bereits von prorussischen Separatisten eroberten Switlodarsk.Gebietsgewinne hätten die russischen Truppen hingegen nördlich von Slowjansk bei Masaniwka erzielt. Darüber hinaus seien ukrainische Positionen an weiten Teilen der Front mit Artillerie, Raketenwerfern und Mörsern beschossen worden. Die russische Luftwaffe habe zudem Stellungen ukrainischer Einheiten bombardiert.

Moskau: Botschaft in Bulgarien kann nicht mehr normal arbeiten

19.27 Uhr: Nach der Ausweisung von 70 Diplomaten ist Russlands Botschaft in Bulgarien nach Moskauer Angaben nicht mehr richtig arbeitsfähig. “Jetzt, nach diesem Unfug (…), ist die Botschaft nicht mehr in der Lage, normal zu arbeiten”, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge. Russland werde entsprechend dem Prinzip der Gegenseitigkeit antworten, kündigte Lawrow an – in der Regel ist damit die Ausweisung derselben Anzahl von Diplomaten des anderen Landes gemeint.Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa drohte damit, dass sich Moskaus Reaktion auch gegen die gesamte Europäische Union richten könnte, da diese Bulgariens “antirussisches Handeln” unterstützt habe.

Ukraine schätzt Kosten für Wiederaufbau auf mindestens 750 Milliarden Dollar

17.51 Uhr: Die ukrainische Regierung schätzt die Kosten für den Wiederaufbau ihres vom russischen Angriffskrieg zerstörten Landes auf mindestens 750 Milliarden Dollar (knapp 720 Milliarden Euro). Finanziert werden solle der Wiederaufbau zum großen Teil aus beschlagnahmten Vermögen des russischen Staats und der Oligarchen, sagte Regierungschef Denys Schmyhal bei der internationalen Wiederaufbau-Konferenz im schweizerischen Lugano.”Die russischen Behörden haben diesen blutigen Krieg entfesselt, sie haben diese massive Zerstörung verursacht, und sie sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden”, sagte Schmyhal.

Nach Fall von Lyssytschansk: Russlands Kosmonauten feiern auf ISS

17.41 Uhr: Nach der Eroberung der ostukrainischen Stadt Lyssytschansk im Gebiet Luhansk haben sich Russlands Kosmonauten auf der Internationalen Raumstation ISS in Feierlaune gezeigt. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos veröffentlichte bei Telegram ein Foto, das Denis Matwejew, Sergej Korssakow und Oleg Artemjew mit einer Flagge der selbsternannten “Volksrepublik Luhansk” in den Händen zeigt. Russlands Truppen und prorussische Separatisten hätten Luhansk nun vollständig “befreit”, heißt es in einer angehängten Mitteilung. “Wir feiern auf der Erde und im Weltraum.” Ein zweites Foto zeigt die drei Raumfahrer mit einer Donezker Fahne.

Bericht: Melnyk könnte Deutschland bald verlassen

17.16 Uhr: Seit dem Angriffskrieg gegen sein Land steht der ukrainische Botschafter Melnyk im Fokus der Öffentlichkeit. Einem Bericht zufolge könnte er in die Ukraine zurückkehren. Mehr dazu lesen Sie hier.Andrij Melnyk: Er ist seit 2015 ukrainischer Botschafter in Deutschland. (Quelle: Metodi Popow/imago-images-bilder)

So kämpfen die Ukrainer mit der deutschen Panzerhaubitze 2000

17.10 Uhr: Lange mussten die Ukrainer auf die Panzerhaubitze 2000 warten. Jetzt zeigen Videos von der Front die deutschen Artilleriegeschütze im Einsatz. Mehr dazu finden Sie hier.

Militärexperte: “Die große Gegenoffensive ist eine Illusion”

16.45 Uhr: Die Schlinge um den Donbass hat sich weiter zugezogen. Die Ukraine sieht sich für die weiteren Schlachten dennoch gut gewappnet. Ist das naiv? Hier lesen Sie mehr.Freude beim russischen Militär: Die Stadt Lyssytschansk wurde erobert. (Quelle: SNA/imago-images-bilder)

Ukraine hisst Nationalflagge auf Schlangeninsel

15.45 Uhr: Die symbolträchtige Schlangeninsel ist nach Angaben des ukrainischen Militärs wieder endgültig unter ihrer Kontrolle. Auf dem Eiland im Nordosten des Schwarzen Meeres sei wieder die ukrainische Nationalflagge gehisst worden, sagte eine Sprecherin. Ob dort bereits wieder ukrainische Soldaten stationiert sind, sagte sie nicht.Die Schlangeninsel gilt seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar als Symbol des ukrainischen Widerstands. Am 30. Juni erklärte Russland dann, sich als von der Insel wieder zurückgezogen zu haben. Kiew hingegen beharrte darauf, dass die russischen Truppen durch ukrainische Angriffe vertrieben worden seien. Die Insel gilt auch als ein strategisch wichtiger Posten zur Überwachung der Seewege. Mehr dazu lesen Sie hier.Das Foto der ukrainischen Grenzschutzeinheiten soll die gehisste Nationalfahne auf der Schlangeninsel zeigen. (Quelle: Ukrainische Grenzschutzbehörde DPSU/Twitter)

EU will Wiederaufbau-Plattform für Ukraine einrichten

15.12 Uhr: Die EU-Kommission will eine Plattform zum Wiederaufbau der Ukraine einrichten. Darin sollten die Bedürfnisse des Landes und erforderliche Investitionen gebündelt sowie das Vorgehen koordiniert und Ressourcen kanalisiert werden, sagt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf der Konferenz zur Wiederherstellung der Ukraine in der Schweiz. Seit Beginn des Krieges habe die Europäische Union bereits 6,2 Milliarden Euro zur finanziellen Unterstützung der Ukraine mobilisiert. “Und es wird mehr kommen”, sagt von der Leyen.

Selenskyj: Wiederaufbau der Ukraine “gemeinsame Aufgabe”

14.54 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die internationale Gemeinschaft eindringlich zur Unterstützung beim Wiederaufbau seines kriegsgeschädigten Landes aufgerufen. Es sei die “gemeinsame Aufgabe der gesamten demokratischen Welt”, sein vom russischen Angriffskrieg zerstörtes Land wieder aufzubauen, sagte Selenskyj in einer Video-Ansprache zum Auftakt einer internationalen Konferenz in Lugano. Die Unterstützung seines Landes sei der “wichtigste Beitrag zum Weltfrieden”.

Moskau will Krieg nach Lyssytschansk-Eroberung weiter fortführen

14.05 Uhr: Nach der Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk im ostukrainischen Gebiet Luhansk hat Russland die Fortsetzung der Kämpfe in anderen Teilen des Nachbarlandes angekündigt. “Die Streitkräfte der Russischen Föderation setzen die militärische Spezial-Operation fort”, sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. In Moskau wird der vor rund viereinhalb Monaten begonnene Krieg gegen die Ukraine offiziell als “Spezial-Operation” bezeichnet.Mit der Einnahme von Lyssytschansk und der damit verbundenen Kontrolle über das ganze Gebiet Luhansk hat der Kreml eines seiner wichtigsten Kriegsziele erreicht. Im benachbarten Gebiet Donezk hingegen kontrollieren die Ukrainer noch immer weite Teile. Bei den Kämpfen in Luhansk seien insgesamt mehr als 2.200 ukrainische Soldaten getötet und mehr als 3.200 verletzt worden, sagte Schoigu. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Zu Verlusten in den eigenen Reihen machte Moskau keine Angaben.Wladimir Putin und Sergej Schoigu: Der russische Präsident und sein Außenminister trafen sich am Montag – einen Tag nach der Eroberung von Lyssytschansk. (Quelle: Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa-bilder)

Russlands Präsident zur Befreiung von Luhansk: Soldaten sollen sich ausruhen

13.10 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin gratuliert den russischen Truppen zur “Befreiung” der ostukrainischen Region Luhansk. Die an dem Einsatz beteiligten Soldaten sollten sich ausruhen, sagt Putin in einer im Fernsehen übertragenen Unterredung mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Die anderen Militäreinheiten sollten jedoch den Kampf fortsetzen. Die Einnahme der Region Luhansk, die gemeinsam mit der Region Donezk den Donbass bildet, ist ein wichtiger Erfolg für Putin in der am 24. Februar begonnenen Invasion der Ukraine.

Putin will Biden nicht gratulieren

13.08 Uhr: Aus Ärger über die aus seiner Sicht russlandfeindliche US-Politik gratuliert Kremlchef Wladimir Putin seinem Kollegen Joe Biden in diesem Jahr nicht zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. “Nein, dieses Jahr wird kein Glückwunsch-Telegram verschickt werden”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. “Das hängt damit zusammen, dass dieses Jahr zum Höhepunkt einer unfreundlichen Politik der Vereinigten Staaten gegenüber unserem Land geworden ist”, sagte er mit Blick auf den amerikanischen Feiertag am 4. Juli. “Daher kann es unter diesen Umständen kaum als angemessen angesehen werden, eine solche Glückwunschbotschaft zu senden.”

Türkei hält russischen Getreidefrachter an

13.06 Uhr: Die Türkei hat am Schwarzmeerhafen Karasu nach Angaben der Betreiberfirma ein unter russischer Flagge fahrendes Schiff mit Getreide angehalten. Der Zoll habe dem Frachter “Zhibek Zholy” vor der türkischen Schwarzmeerstadt die Weiterfahrt vorerst verweigert, sagte ein Verantwortlicher der Hafenfirma IC Ictas auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montag.Der ukrainische Botschafter in der Türkei, Wassyl Bondar, hatte am Vortag im ukrainischen Fernsehen gesagt, dass am Montag über das weitere Schicksal des Schiffes entschieden werde. Die Ukraine hoffe, dass das Schiff beschlagnahmt und das Frachtgut konfisziert werde.Nach Angaben des Online-Ortungssystems Marinetraffic kam der Frachter von der russischen Küstenstadt Noworossijsk. Der von Russland eingesetzte Chef der besetzten südukrainischen Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, schrieb jedoch beim Nachrichtendienst Telegram, dass der Frachter am vergangenen Donnerstag aus dem Hafen Berdjansk abgelegt habe.

Ukrainische Flagge weht auf Schlangeninsel

12.45 Uhr: Die ukrainische Flagge weht wieder über der Schlangeninsel. Nach dem Abzug der russischen Truppen, die die strategisch wichtige Insel im Schwarzen Meer zeitweise besetzt hatten, sei die Flagge der Ukraine gehisst worden, teilt eine Sprecherin des Militärs mit. “Das Gebiet wurde der Hoheit der Ukraine zurückgegeben.” Die russischen Truppen hatten die Insel vergangene Woche geräumt.

Russisches Munitionslager in besetzter Stadt offenbar zerstört

11.30 Uhr: In der von Russland besetzten Stadt Snizhne in der Region Donezk im Südosten der Ukraine soll ein russisches Munitionslager zerstört worden sein. Das berichten ukrainische Medien. Das Portal “Nexta” teilte ein Video, in dem der Vorfall zu sehen sein soll. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Gouverneur: Nur noch etwa 10.000 Zivilisten in Lyssytschansk

10.20 Uhr: In der von Russland eroberten Stadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben von einstmals mehr als 100.000 Einwohnern nur noch wenige Tausend übrig geblieben. Der Militärgouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, nannte am Montag im ukrainischen Fernsehen eine Größenordnung von etwa 10.000. In der Nachbarstadt Sjewjerodonezk, die sich ebenfalls unter russischer Kontrolle befindet, seien nur noch etwa 8.000 Menschen verblieben. Auch dort lebten vor Beginn des Krieges mehr als 100.000 Menschen.Lyssytschansk war am Wochenende nach wochenlangen Kämpfen von russischen Truppen erobert worden, Sjewjerodonezk schon im vergangenen Monat. Hunderttausende Menschen aus der Region sind auf der Flucht. Nach Hajdajs Angaben gab es am Montag im Westen Lyssytschansks weitere Gefechte. In dem Ballungsraum sei inzwischen fast alles zerstört: Die Infrastruktur sei zu 90 Prozent beschädigt, 60 Prozent der Wohnhäuser seien dem Erdboden gleichgemacht. Unabhängig sind die Angaben kaum zu überprüfen.

Russische Soldaten sollen AKW-Mitarbeiter zu Tode gefoltert haben

9.36 Uhr: In der Ukraine hält die russische Armee das Atomkraftwerk Saporischschja besetzt. Dort sollen sich jetzt grausame Szenen abgespielt haben. Mehr dazu lesen Sie hier.Russische Soldaten am Atomkraftwerk Saporischschja: “Wir werden die Gräueltaten der Besatzer und ihrer Kollaborateure niemals vergessen!” (Quelle: Konstantin Mihalchevskiy/imago-images-bilder)

Das ist das nächste Ziel der russischen Armee

7.13 Uhr: Nach der Einnahme der einstigen Großstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine rücken die russischen Truppen auf das nächste Ziel vor, den Ballungsraum um Slowjansk. “In Richtung Slowjansk versuchen die Russen, die Kontrolle über die Ortschaften Bohorodytschne, Dolyna und Masaniwka herzustellen”, teilte der ukrainische Generalstab in Kiew am Montag mit. Die drei Ortschaften liegen weniger als 20 Kilometer im Norden und Nordosten von Slowjansk, auf der Südseite des Flusses Siwerskyj Donez.Von Osten her bewegen sich die russischen Truppen nach diesen Angaben ebenfalls auf den Siwerskyj Donez zu, der in der Region in einem Bogen verläuft. Dort versuche der Feind, die ukrainischen Kräfte auf eine neue Verteidigungslinie zwischen Siwersk, Soledar und Bachmut zurückzudrängen, hieß es in dem Lagebericht. Diese drei Städte liegen etwa 30 bis 40 Kilometer östlich vom Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk, der als Hauptquartier der ukrainischen Verteidigungskräfte im Donbass gilt.An anderen Frontabschnitten, sowohl im Norden um die Millionenstadt Charkiw als auch im Süden in den Schwarzmeerregionen Saporischschja, Cherson und Mykolajiw gab es nach ukrainischen Angaben trotz schwerer Artilleriegefechte keine nennenswerten Truppenbewegungen. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen. Russland hatte am Sonntag nach wochenlangen Kämpfen erklärt, die Stadt Lyssytschansk eingenommen zu haben. Die Ukraine bestätigte am Abend, dass sich ihre dortigen Truppen zurückziehen.Nach Raketenangriffen auf Slowjansk: Der 71-jährige Wladimir Wassiljewitsch steht im Hof des zerstörten Hauses seiner Verwandten. (Quelle: Michal Burza/Zuma/dpa-bilder)

Die Nacht im Überblick

5 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Stadt Lyssytschansk im Osten des Landes trotz des Rückzugs der ukrainischen Armee noch nicht als verloren an. Nach wochenlangem Abwehrkampf hatte die ukrainische Armee am Abend bekannt gegeben, dass sie aus Lyssytschansk abzieht. Angesichts der Kriegsschäden im Land wollen sich potenzielle Geberländer bei einer Konferenz treffen. Hier lesen Sie den gesamten Überblick zum Geschehen in der Nacht.Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert Hilfe für den Wiederaufbau. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Netzagentur-Chef: Gasreserven “reichen für vielleicht ein bis zwei Monate”

1 Uhr: Deutschland würde mit seinen momentanen Gasreserven nach Einschätzung der Bundesnetzagentur nicht weit kommen. “Sollten wir kein russisches Gas mehr bekommen und einen durchschnittlich warmen Winter erleben, dann reichen die im Moment eingespeicherten Mengen – einschließlich unserer Verpflichtungen, Gas in andere europäische Länder weiterzuleiten – für vielleicht ein bis zwei Monate”, sagt der Präsident der Regulierungsbehörde, Klaus Müller, den Zeitungen der “Funke Mediengruppe”. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lukaschenko: “Praktisch eine Armee mit Russland”

0.45 Uhr: Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko bekräftigt seine enge Verbundenheit mit Russland. Belarus sei so eng mit der Russischen Föderation verbunden, “dass wir praktisch eine gemeinsame Armee haben. Aber das wussten Sie ja alles. Wir werden weiterhin mit dem brüderlichen Russland fest vereint sein”, sagte Lukaschenko bei einer Feier zum Jahrestag der Befreiung von Minsk durch sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg. Mehr dazu lesen Sie hier. Alexander Lukaschenko (Archivbild): Der belarussische Präsident hält Wladimir Putin die Treue. (Quelle: Sergei Shelega/BelTA/TASS/imago-images-bilder)

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.

Leave a Comment